Mittwoch, 24. Juli 2013

Rezension: "Finsterherz" (Jeremy de Quidt)






Titel: Finsterherz
Reihe: nein
Verlag: Ravensburger Buchverlag
Hardcoverausgabe mit 285 Seiten
ISBN 978-3-473-35328-6
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 12-15 Jahre
Preis: 14,95 Euro







Klapptentext:

Als Zauberlehrling Mathias nach dem Tod seines Meisters eine mysteriöse Papierrolle an sich nimmt, ahnt er nicht, welchen Albtraum er heraufbeschworen hat: Das Blatt ist der Schlüssel zu einem Geheimnis, das der skrupellose Doktor Häller um jeden Preis bewahren will. Er verfolgt Mathias gnadenlos, doch die Dienstmagd Katta kann ihn in letzter Sekunde retten. Zusammen gelingt es ihnen, ins Herz der Finsternis vorzudringen - , dorthin, wo ein magisches Messer Nacht für Nacht schaurige Wunder vollbringt...

"Schnell, fesselnd, fantasievoll." The Guardian

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Story und Charaktere:

Mathias lebt mit seinem bekannten Zauberergroßvater zusammen beim Zirkus und ist dort „Mädchen für alles“. Die Tricks seines Großvaters kann er nicht nachahmen und schon gar nicht selbst ausführen. Was er allerdings genau weiß ist, dass sein Großvater, der immer nur mit weiß geschminkten Gesicht herumläuft, ein großes Geheimnis hütet, das er ihm nicht anvertrauen will.
Als sein Großvater stirbt, scheint plötzlich jeder hinter genau diesem Geheimnis her zu sein. Dummerweise vermutet es jeder bei Mathias, der allerdings nur ein Stück eines alten Zettels von seinem Großvater hat, auf dem nicht eine Zeile steht.
Doktor Häller und sein Diener Walter kaufen Mathias dem Zirkusdirektor ab und versuchen anschließend das Geheimnis aus ihm herauszupressen. Als dies nicht gelingt, lassen sie Mathias in einem Gasthaus einfach aus dem Fenster fallen. Die Bedienstete Katta bekommt dies mit und rettet den schwerverletzten Mathias vor dem sicheren Tod. Da Häller aber nicht aufgeben will, das Geheimnis aus dem noch lebenden Mathias herauszuholen, schickt er seinen furchterregenden Diener hinter ihnen her, der mehr als gewalttätig ist. Gott sei Dank werden die zwei von einem Reiter namens König gerettet. Als er von dem Geheimnis erfährt, macht er sich mit Katta und Mathias daran, dieses zu lüften. Dabei sind die beiden Kinder so etwas wie seine Geiseln, die er nicht aus Nächstenliebe mit sich nimmt.

Mathias ist ein Junge, der bisher nicht gerade die besten Erfahrungen des Lebens gemacht hat. Er lebt mit seinem Großvater in einem Zirkus, wo er herumgeschubst und nie für voll genommen wird. Als Kind hat sein Großvater ihn an ein Seil gebunden, damit er nicht zu weit weglaufen kann und auch sonst sind seine Kindheitserinnerungen nicht gerade erquicklich.
Als sein Großvater stirbt, weiß Mathias plötzlich nicht mehr wo ihm der Kopf steht. In einem Moment gehört er noch zum Zirkus, im nächsten hängt er an der Kehle gepackt über dem Abgrund einer Fensterbank. Da er das Geheimnis seines Großvaters nicht gekannt hat, ist er keine große Hilfe, Informationen nach dessen Verbleib zu geben und muss während des ganzen Buches immer wieder einstecken. Ab dem Moment, in dem er in Hällers Fänge gerät, schleppt er sich schwer verletzt durch die Seiten. Gebrochene Rippen, Loch im Kopf, Schürfwunden blaue Flecke, innere Verletzungen usw. Viel Zeit verbringt er ohnmächtig in den Betten verschiedener Behausungen, stöhnend auf dem Pferd von König oder in Gesellschaft diverser Personen, die ihn immer übler zurichten. Dass eine Person das alles tatsächlich so wegsteckt wie Mathias ohne an all diesen Verletzungen zu sterben, sich sogar noch in Kämpfe einmischen kann usw. halte ich allerdings doch für sehr übertrieben, wodurch mir die Darstellung dieser Figur mehr als unglaubwürdig erschien.

Katta ist etwa in Mathias Alter und Bedienstete in einem Gasthof. Sie ist ein sehr mutiger Charakter, der allerdings auch überaus impulsiv handelt. Als sie mitbekommt, dass Mathias von Häller aus dem Fenster geworfen wird, kümmert sie sich um ihn und weicht ab jetzt nicht mehr von seiner Seite.
Auffällig an ihr ist eine Kappe, die sie ständig tragen muss. Durch einen Unfall hat sie ein Loch im Kopf, weshalb sie zwischendurch immer wieder Anfälle bekommt, die ich als epileptisch bezeichnen würde. Als sie dem Verursacher dieses Loches begegnet und Rache an ihm üben will, indem sie ihn blendet, dann aber durch Mathias Einschreiten abrutscht und den Jungen nicht blendet, sondern das Messer quer durch sein Gesicht zieht, schreckt sie vor ihrer eigenen Kaltblütigkeit zurück. Katta versucht die Dinge immer sachlich zu betrachten, hat eine gute Beobachtungsgabe und sucht ständig nach Lösungen für all die Probleme, die ihr und den anderen unterwegs unterkommen. Sie ist definitiv der Charakter, den ich im Buch am besten gelungen finde.

König ist die Leitperson des Abenteuers. Er hält Mathias und Katta zusammen, macht ihr Vorankommen möglich und scheint sogar ganz wohlhabend zu sein. Er ist ein sehr guter Kämpfer, überaus selbstbewusst und hat einen Humor, der sicher nicht jedermanns Sache ist. Obwohl er Katta und Mathias nicht aus Nächstenliebe mit sich nimmt, sondern selbst hinter das Geheimnis des Zauberers kommen will, kümmert er sich außerordentlich gut um die beiden.

Häller und sein Diener Walter sind die beiden stärksten Widersacher der beiden Hauptprotagonisten. Sie schrecken vor keiner Grausamkeit zurück, um sich Mathias und das Geheimnis zu holen. Walter ist ein grausamer Diener, der sich einen Spaß daraus macht, Menschen zu jagen und anschließend möglichst qualvoll sterben zu lassen. Er kennt jede Menge Folterspielchen, die er gerne spielt und es kann ihm gar nicht gewalttätig genug zugehen.

Obwohl das Buch diese und noch viele weitere Charaktere bereithält, ist mir eigentlich nur die Gewalt in Erinnerung geblieben, die in diesem Buch einen überaus großen Platz einnimmt und das vorherrschende Element zu sein scheint, mit dem der Autor hier arbeiten wollte. Es wirkt auf mich, als wären die Charaktere um dieses Element einfach drumherumgestrickt worden, ohne ihnen wirklich eigenständige Tiefe zu geben und in meinem Kopf zu realen Personen werden zu lassen.

Was mir besonders gefallen hat: 

Es ist schwierig diesem Buch mit seiner sehr dunklen Seite etwas Positives abzugewinnen. Einen Punkt jedoch gibt es, der mich doch sehr erstaunt hat. Anfangs hätte ich das Buch am liebsten gleich wieder aus der Hand gelegt, doch etwa ab Seite 80 scheint der Autor endlich in einen Schreibfluss gekommen zu sein, der die Geschichte ab diesem Punkt wirklich interessant und spannend werden lässt. Ab hier liest es sich, als hätte man den Autor ausgewechselt oder als wäre er endlich an dem Punkt angekommen, an dem er eine Geschichte wirklich erzählen will. Das ist mir in anderen Büchern bisher noch nie so stark aufgefallen wie hier. Kennt man es zwar, dass ein Autor sich von einem Band zum anderen steigert, war diese Erfahrung neu für mich und ist durchaus ein Punkt, dem ich gerne meine besondere Aufmerksamkeit schenke.

Was mir nicht so gut gefallen hat: 

Leider ist der anfänglich doch sehr flache Schreibstil und der Einstieg in die Geschichte überhaupt nicht mein Ding gewesen. Nach Seite 74 war ich mir schon nicht mehr sicher, ob ich das Buch überhaupt noch zuende lesen wollen würde. Ich konnte mich weder mit den Figuren identifizieren, noch fand ich die Story ansprechend. Was die Geschichte betrifft, kann ich leider nur noch einmal wiederholen, was ich bereits angesprochen habe. Das Buch ist ziemlich brutal, ausgeübte Gewalt nimmt einen riesigen Raum ein und ich finde einfach, dass das in diesem Ausmaß in einem Jugendbuch absolut nichts zu suchen hat. Meiner Meinung nach wäre das Abenteuer viel spannender und besser gewesen, hätte der Autor eine andere Lösung als fließendes Blut, extreme Prügeleien etc. gefunden. Einem Kind von 12 Jahren würde ich dieses Buch auf jeden Fall nicht ruhigen Gewissens in die Hand drücken.

Was mir ebenfalls fehlt ist der Bezug zum Titel des Buches, sowie zu dessen Gestaltung. Ich kann mir leider überhaupt nicht vorstellen, warum dieser Titel gewählt wurde. Das ganze Buch dreht sich einzig und allein um die Lüftung des Geheimnisses des Zauberers, dessen Auflösung mich ebenfalls doch stutzig zurückließ. Ein Gesamtpaket, das mich leider nicht überzeugen konnte.

Gestaltung: 

Rote Schrift, die wie geritzt wirkt und sich vom Untergrund abhebt, schwebt über einem sich aufbäumenden Pferd, auf dem ein Reiter thront der ein Gewehr triumphierend in die Luft hält. Eingerahmt wird die Szene von seltsamen Verästelungen, dessen Enden sich oben am finster dreinblickenden Gesicht einer spitzohrigen Person treffen. Selbiges Randmotiv findet sich auf der Rückseite. Ich kann leider nicht sagen, dass diese Art der Gestaltung den Kern der Sache trifft. Bis auf den Reiter weiß ich nichts mit dem Gesamtbild anzufangen, was den Titel mit einschließt.

Wertung: 

Dieses Buch hat einen viel zu großen Raum für Gewalt, eine Geschichte, die mich nicht überzeugen konnte und leider auch Charaktere, die, bis auf Katta, keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen konnten. Zu Gute halte ich dem Autor, dass er innerhalb der Geschichte seinen Schreibstil, seine Art Spannung aufzubauen und das Tempo sehr schön gesteigert hat und man als Leser praktisch merken konnte, wie er an der Geschichte gewachsen ist. Da der Gesamteindruck aber am Ende zählt, kann ich Finsterherz leider nur 2 Lila-Lesesterne geben.

Montag, 22. Juli 2013

Rezension: "Lilith Parker und der Kuss des Todes" (Janine Wilk)





Titel: Lilith Parker und der Kuss des Todes
Reihe: Band 2 der Reihe „Lilith Parker"
Verlag: Thienemann Verlag (planet girl)
Hardcoverausgabe mit 399 Seiten
ISBN 978-3-522-50254-2
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 10-12 Jahre
Preis: 14,95 Euro








Klappentext:

Grauweiße Wolken hängen tief über der Insel St. Nepehlius und verbreiten eine gruselige Stimmung. Lilith fühlt sich dennoch wohl in ihrer neuen Heimat, nicht zuletzt dank ihrer Tante und ihren Freunden Matt und Emma. Doch es ereignen sich mysteriöse Mordfälle in Bonesdale, bei denen der Verdacht ausgerechnet auf Lilith fällt. Denn sie ist die einzige Banshee auf der Insel - und ein Kuss von ihr kann tödlich sein. Als Lilith sich dem Rat der Vier stellen muss, droht sie für immer von der Insel verbannt zu werden...

Das zweite schaurig-schöne Abenteuer von Lilith Parker

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Story und Charaktere:

Nachdem ich bereits vor einigen Monaten Band 1 der Reihe um Lilith Parker gelesen hatte und nicht wirklich von der Story überzeugt war, hat es nun eine ganze Zeit gedauert, bis ich mir Band 2 nun doch zugelegt habe. Entgegen dem ersten Band, hat mich Band 2 sehr überzeugen können.

Lilith Parker zog im ersten Band auf die seltsame Insel St. Nephelius nach Bonesdale, wo alles irgendwie seltsam zu sein scheint. Kein Wunder, sind die schaurigen Halloweenevents, die dort Tag für Tag stattfinden, doch nur eine Tarnung, um zu verbergen, dass hier wirklich Hexen, Werwölfe, Vampire und Dämonen leben. Nachdem sich Lilith an ihrem dreizehnten Geburtstag in eine Banshee verwandelt und sich nach einem Kampf mit Belial als rechtmäßige Trägerin des Bernstein-Amulettes bewiesen hat, steigen wir jetzt ins zweite Abenteuer ein, bei dem ihr ihre Wandlung teuer zu stehen kommt.
Nicht nur das, Lilith wird auch noch vom Rat der Vier angeklagt, weil sie einem Menschen – ihrem besten Freund Matt – vom Geheimnis der Insel erzählt hat, als sie in Band 1 in einer absoluten Notlage waren. So steht sie ständig unter Beobachtung und wenn etwas schiefläuft, wird sie garantiert dafür verantwortlich gemacht. So auch, als eine Hydra durch den Kuss einer Banshee ums Leben kommt. Als einzige Banshee auf der Insel, soll Lilith zur Verantwortung gezogen werden, obwohl sie absolut unschuldig ist. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, ihrem Urteil zu entgehen – sie muss die Tore von Nightfallcastle öffnen – dem alten Familiensitz, auf dem ein Zauber liegt, der es nur den Erben des Inhabers gestattet, jemals wieder einen Fuß auf dieses Anwesen setzen zu können. Noch bevor der Tag kommt, an dem sie allen beweisen soll, dass sie das Tor als Erbin des Inhabers öffnen kann und somit wirklich die rechtmäßige Trägerin des Bernstein-Amulettes ist, das sie zur Führerin über die Nocturi macht, unternehmen sie, Emma, Matt und Strychnin einen nächtlichen Ausflug dortin. Nur wenn sich das Tor öffnet behält Lilith ihre Immunität und kann für ihre Vergehen (die sie gar nicht begangen hat) nicht angeklagt werden.
Zu blöd, dass Lilith, als sie vor dem Tor steht, leider von den Statuenwächtern nicht eingelassen wird. Irgendetwas scheint faul zu sein und mindestens einer aus dem Rat der Vier weiß was es ist. Warum bloß will er dafür sorgen, Lilith bloßzustellen? Warum will er dafür sorgen, dass ihr ihre magischen Kräfte entzogen, ihr Gedächtnis gelöscht und sie für immer von der Insel verbannt wird?

Lilith ist die einzige Person auf der Insel, die unter Menschen aufgewachsen ist und deshalb gerne auch mal ihren Menschenverstand verwendet um Probleme zu lösen. Obwohl ihr immer wieder das Leben schwergemacht wird, sie in Fälle verstrickt wird, mit denen sie gar nichts zu tun hat und nicht alle damit einverstanden sind, dass sie das Bernstein-Amulett trägt, setzt sie sich mithilfe ihrer Freunde durch. Matt, der ein einfacher Mensch ist und von Lilith in das Geheimnis der Insel eingeweiht wurde, und Emma, deren Familie schon über Generationen hier lebt und die noch auf ihre Wandlung wartet, unterstützen Lilith wo sie können. Dabei sind die drei ganz unterschiedlich.
Lilith ist berechnend, denkt über die Dinge nach die sie tut, wägt ab, handelt aber auch mal impulsiv. Matt ist sehr von sich überzeugt, ein kleiner Charmeur, der die Mädels um den Finger wickelt und er ist für jedes Abenteuer zu haben. Niemals würde er seine beiden Freundinnen im Stich lassen. Emma ist die Impulsivste der drei. Sie macht, wonach ihr gerade ist, mag es auch noch so verrückt und undurchdacht sein. Kein Wunder also, dass die drei immer mal wieder in Schwierigkeiten geraten. Als Team sind sie jedoch unschlagbar.

Mildred ist Liliths Tante, die in einem seltsamen Seniorenstift mit ihr lebt, wo es beispielsweise Skelette gibt, die gar nicht tot sind. Sie versucht, Lilith auf den richtigen Weg in der Untotengesellschaft zu bringen, ihr zur Seite zu stehen und auf sie aufzupassen. Gut, dass Lilith ihr nicht immer erzählt, in was für Gefahren sie sich schon wieder begeben hat. Die Menschen aus dem Seniorenheim sind für Lilith jedenfalls wie eine große Familie.

Auf der anderen Seite haben wir die Personen, die Lilith das Leben schwer machen. Zum einen gibt es den Dämon Belial und zum anderen Scrope, der zur Zeit noch die stellvertretende Führung über die Nocturi innehat. Dummerweise sind beide auch  noch Mitglieder des Rats der Vier, was die Sache für Lilith umso schwieriger macht. Dass wir es bei diesen Personen mit verschlagenen, hinterhältigen Charakteren zu tun haben, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen.

Ganz besonders ans Herz gewachsen ist mir Liliths kleiner Dämon Strychnin, der immer dem Träger des Bernstein-Amulettes dient. Obwohl direkt aus dem Schattenreich, wird er doch von so einigen Ängsten geplagt, die das ganze Abenteuer immer wieder auf humorvolle Art auflockern.

Was mir besonders gefallen hat:

Dieses Mal hat mir vor allem die Geschichte gefallen. Das war im ersten Band nicht so. Dieser hatte mich fast vom zweiten abgebracht. Hier jedoch gibt es außer dem etwas langwierigen Anfang, in dem nochmal aufgenommen wird, was in Band 1 an wichtigen Informationen gegeben wurde, nichts zu meckern. Es gibt keine Längen, keine Logiklücken, nichts, was mich aus dem Lesefluss gebracht hat. Es fiel mir zwischenzeitlich sehr schwer das Buch aus der Hand zu legen, muss ich gestehen. Deshalb freue ich mich umso mehr auf Teil 3, der hoffentlich halten kann, was Band 2 vorgemacht hat.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Sätze nie zu lang, sodass man beim Lesen nicht ins Stolpern gerät. Die Spannung wird vor allem dadurch gehalten, dass die Geschichte nicht geradlinig verläuft, sondern immer wieder vom Weg abkommt, um am Ende alles zusammenzuführen. Da jedes dieser kleinen Abenteuer zum großen Abenteuer beiträgt, wirken sie weder aufgesetzt noch ziehen sie das Buch unnötig in die Länge. Sie sind eher kleine Mosaiksteinchen, die am Ende zum großen Ganzen beitragen.

Zusatz Altersempfehlung:

Da es in diesem Buch hier und da doch ein wenig gruselig wird und die Spannung sehr hoch ist, würde ich Band 2 eher ab 12 und weniger ab 10 Jahren empfehlen. Jüngeren Lesern könnten einige Passagen eventuell Angst machen. Auch die Story ist nicht wenig kompliziert, sodass ich denke, dass das Buch in den Händen von jungen Teenagern ab 12 in den besseren Händen ist.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Bis das Buch wirklich Fahrt aufnimmt, vergeht eine Weile. Wie oben schon erwähnt, ist der Anfang etwas langwierig. Für jemanden, der den ersten Band kennt und nicht neu einsteigt, wirkt er deshalb  zäh, da viele Informationen gegeben werden, die man bereits aus Band 1 kennt. So dauert es, bis es endlich losgeht, da um die Informationen auch noch der Anfang der Geschichte gewoben werden muss. Vielleicht hätte ein Einführungskapitel hier Abhilfe geschafft, um den Lesern des zweiten Bandes den langen Anfang zu ersparen. „Was bisher geschah...“, hätte sich an jeden Leser gerichtet, der Band 1 nicht kennt. Ansonsten hätte ich mir gewünscht, dass die Informationen locker eingestreut worden wären, wie es in anderen Büchern einer Reihe auch der Fall ist. So war es mir am Anfang zu kompakt.

Gestaltung:

Der zweite Band um Lilith ist ähnlich gestaltet wie der erste Band. War Band 1 rot-schwarz, ist hier die vorherrschende Farbe ein dunkles Lila. Lilith steht zwischen zwei Statuen, die sehr geheimnisvoll wirken. Unter ihren Füßen ist eine schwarze magische Fläche, in der durch Rubbeln des Einbandes ein geheimes Bild offenbart wird, von dem ich euch aber nicht verraten werde, was es ist.

Wertung:

Mir hat die Story des zweiten Bandes so gut gefallen, dass ich das Buch am liebsten in einem Rutsch durchgelesen hätte. Auch die Charaktere haben sich wunderbar weiterentwickelt und sind sehr präsent. Niemand bleibt im Hintergrund, alles hat seinen Platz. Einzig der lange Anfang und die Altersempfehlung sind zwei kleine Störfaktoren, die ich in meiner Wertung berücksichtigen muss. Deshalb gebe ich dem zweiten Band der Reihe um Lilith Parker 4 1/2 Lila-Lesesterne.


Donnerstag, 11. Juli 2013

Rezension: "Das Unkrautland - Die Gipfel der Schwefelzinnen" (Stefan Seitz)






Titel: Das Unkrautland – Die Gipfel der Schwefelzinnen
Reihe: Band 3 der Reihe „Das Unkrautland“
Verlag: Cleon-Verlag
Hardcoverausgabe mit 303 Seiten
ISBN 978-3-9813-1715-2
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 10-12 Jahre
Preis: 14,95 Euro






Klappentext:

Geradewegs in die Eisregionen weisen die uralten Schriften und beschreiben einen Weg voller Hindernisse, Geheimnisse und Mysterien. Das, wonach Primus und Plim schon so lange forschen, scheint zum Greifen nahe. Aber die Berge sind tückisch. Geister durchstreifen die Schluchten, Trolle bevölkern die Hänge und in den Tiefen des sagenumwobenen Bleigebirges schlummern Mächte, die noch rätselhafter sind, als die schier endlosen Stollen. Dennoch, der Entschluss steht fest, und die Suche nach den Überresten eines längst vergessenen Zeitalters beginnt. 

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Meine Rezension zu Band 1, findet ihr hier: Auf den Spuren der Nebelfee

Meine Rezension zu Band 2, findet ihr hier: Das Geheimnis der Schwarzen Hütte


Story und Charaktere:

Dies ist bereits der dritte Band, rund um das Abenteuer von Primus und Plim, die nach wie vor auf den Spuren der Nebelfee wandeln und diese zu finden versuchen. Mit „Die Gipfel der Schwefelzinnen“ sind wir am Höhepunkt der Geschichte angekommen.
Zusammen mit Plim macht Primus sich auf den Weg, die sagenumwobenen Schwefelzinnen zu besteigen. Das ist gar nicht so leicht, stellen sich ihnen doch immer wieder neue Hindernisse in den Weg. Auch ihr alter Widersacher – Rabenstein – taucht wieder auf und liefert sich ein Wettrennen mit den beiden, ohne, dass sie etwas davon ahnen.
Primus und Plim müssen es mit Nebelgeistern aufnehmen, Trollen, eine Nacht im seltsamen Dorf Elderley verbringen und so manchen Klippensturz abwenden. Ob sie am Ende ihr Ziel erreichen und ob sie tatsächlich die Nebelfee finden – das findet selbst heraus.

Viel muss ich an dieser Stelle zu den Charakteren nicht mehr sagen. Primus und Plim sind auch in diesem Band wieder die beiden Hauptcharaktere, die man schon über die ersten beiden Bände sehr gut kennen gelernt hat. Primus verwandelt sich in diesem Abenteuer besonders häufig in eine Fledermaus, um die Gegend auszukundschaften, während Plim zeternd alleine an der Felswand zurückbleibt. Meckern, motzen und maulen gehört auch hier wieder in jedem Gespräch zum guten Ton.

Da wir es dieses Mal wieder mit einem Gegenüber zu tun haben, den wir aus dem ersten Band bereits kennen, brauche ich auch hier nicht viel hinzuzufügen. Rabenstein ist rasend wütend und das merkt man ihm auch an. Während er sich durch den Stollen arbeitet, steigt seine Wut ins Unermessliche. Als er schließlich auf Primus trifft, kann er nicht einmal mehr klar denken, so sehr wird er von der Wut beherrscht. Ein wirklich dunkler Geselle, mit dem wir es hier wieder zu tun bekommen.

Als Nebencharaktere werden dieses Mal nicht so sehr die Mitbewohner von Primus und Plim in den Vordergrund gestellt, sondern andere Figuren, denen die beiden auf ihrem Weg begegnen. Snigg und Bucklewhee werden eher zu Randfiguren, die zwar hin und wieder ihren kleinen Auftritt haben, aber dieses Mal ziemlich im Hintergrund verschwinden.

Was mir besonders gefallen hat: 

Besonders gefällt mir an dieser Reihe, dass die drei Geschichten eigentlich ein einziges wunderbares Abenteuer wiedergeben. Natürlich funktioniert auch hier der Text wieder für sich genommen, ist aber mit Sicherheit noch schöner zu lesen, wenn man die Vorgängerbände kennt, um den dritten Teil als Höhepunkt dieser Reihe verstehen zu können.
Stefan Seitz nimmt hier und da immer wieder Bezug zu den vorangegangenen Bänden, um eventuelle Wissenslücken zu füllen, was aber nie störend oder aufgesetzt wirkt, sondern ganz natürlich integriert wurde.
Da die Sprache auch hier wieder sehr einfach gehalten wurde, haben auch am dritten Abenteuer jüngere Leser oder Zuhörer von Vorlesemamas und -papas sicher jede Menge Spaß.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

In diesem Band fehlte mir das Abenteuer der Nebencharaktere. Während wir in Band 1 Snigg und in Band 2 Bucklewhee auf einem Streifzug begleiten, der unweigerlich auch immer etwas mit dem Abenteuer von Primus und Plim zu tun hat, hatte ich gehofft, dieses Mal vielleicht der Vogelscheuche Chuck folgen zu dürfen, wenn er durch das Unkrautland streift.
Zwar hat Stefan Seitz versucht, die Charaktere wieder zu integrieren, indem er erzählt, was sie zuhause so machen, während Primus und Plim unterwegs sind, aber das war einfach nicht dasselbe. Der Charme dieser kleinen Nebengeschichten hat mir hier wirklich gefehlt.

Gestaltung: 

Primus steht auf einer Brücke, mitten in einem Gebirge und sieht nicht sonderlich belustigt aus. Kein Wunder, ist es dort oben doch auch total gefährlich, wie wir aus den vorangegangen Bänden bereits wissen. Dieses Mal finde ich das Cover sehr schön gelungen und auch passend zum Inhalt. Es transportiert die Atmosphäre der Geschichte schon, bevor man das Buch überhaupt aufgeschlagen hat.

Neu in diesem Buch ist die Innengestaltung. In einigen Kapiteln finden sich Bilder von Primus und Plim, die mir zwar sehr gut gefallen haben, aber doch etwas spät kamen. Dadurch, dass ich mir beim Lesen der ersten beiden Bände vor allem von Plim bereits ein eigenes Bild gemacht hatte (Primus war ja auf allen Covern abgebildet), wirkten die Bilder nun störend auf mich, passt Plim doch überhaupt nicht in das Bild, das in meinem Kopf entstanden ist.
Außerdem finde ich die Anzahl der Bilder (5, wenn ich mich recht erinnere), nicht zum Umfang von 303 Seiten passend. Zwei Bände ohne und ein Band mit Bildern – das liegt mir nicht.

Wertung: 

Ein sehr schönes Finale, das uns hier in diesem Band geliefert wurde. Da ich allerdings wirklich die charmante Nebenerzählung der Nebencharaktere vermisse, ich nicht weiß, warum es im dritten Band plötzlich Bilder gibt und diese nicht mit meiner Vorstellung zusammenpassen wollen, gebe ich Stefan Seitz für den dritten Band um das Unkrautland 4 Lila-Lesesterne.


Dienstag, 9. Juli 2013

Monatsverlosung: "Buchland" geht an...

Hallo ihr Lieben,

heute war es soweit, es war Glücksfeetag.  Einem von euch darf ich ein bisschen Lesefreude schenken. Um einen Tag verzögert, da ich gestern quasi nur mobil online war, aber dennoch... die Glücksfee war geduldig :)
"Buchland" hat 8 Lesebegeisterte auf meinem Blog angesprochen und eine weitere Person bei Facebook. Damit haben 9 Personen an der Verlosung teilgenommen. Ich freue mich riesig und danke allen, die sich die Zeit genommen haben, mir zu verraten, wie es in ihrem Buchland denn so aussieht :)
Leider musste ich wieder eine Person von der Verlosung ausschließen, da sie mir ihre E-Mailadresse nicht hat zukommen lassen. Das tut mir sehr leid für betreffende Person. Bei der Juli-Verlosung also bitte darauf achten :)

Die Antworten auf meine Frage, wie es in eurem Buchland aussieht, haben mir allesamt total gut gefallen. Vielleicht sollten wir alle Ideen in einen Topf werfen und ein gemeinsames Buchland kreieren, in dem wir uns zusammen wohlfühlen können :)

Die Antwort deren Schreiber gewonnen hat, lautete folgendermaßen:

Das wichtigste in meinem Buchland wären nicht Dinge wie alle Bücher, die man sich nur wünschen kann, einen schönen Kamin, einen perfekten Lesesessel oder einen weitläufigen Garten mit vielen Leseplätzen direkt vor dem Fenster ... das versteht sich doch von selbst und ist der große Traum jedes Bibliophilen, oder? ;)

Nein ... das wichtigste für mich wäre, dass es ein magischer Ort ist, in dem die Zeit still steht!!! 
Denn dann könnte ich das Lesen so richtig genießen, ohne, dass sich Termine oder Schuldgefühle wegen liegen gelassener Arbeit aufdrängen. Und man könnte viel mehr Bücher lesen, denn selbst, wenn man sehr alt wird, wird man nie alle Bücher gelesen haben, die man gerne gelesen hätte. Ohne Zeit würden sich für einen Leser ganz andere Möglichkeiten eröffnen.
Und auf Dauer wäre ich nicht gerne allein in meinem Buchland, so sehr der Gedanke an ungestörte Ruhe auch reizt. Ich hätte gerne Besuch von anderen Lesern (auch meiner Familie, zum Glück sind das alle Leser), damit ein Austausch statt finden kann und Autorenlesungen, die alle in der Nähe sind und kostenlos, so das weder Entfernung, noch Geldbeutel einen davon abhalten, hinzu gehen!

So ein zeitloser Ort der Literatur, voller Magie ist seit langer Zeit ein Wunschtraum von mir! 
Ein Schwerpunkt meiner eigener Bibliothek sind übrigens "Bücher über Bücher" und dieses Buch passt perfekt in mein "Beuteschema" ;) 

Ich würde mich sehr, sehr über dieses Buch freuen!!!

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Damit geht "Buchland" von Markus Walther in den kommenden Tagen zu "Maggi" auf die Reise :) Ich wünsche ganz viel Spaß und Freude daran und hoffe, dass du uns wissen lässt, wie es dir gefallen hat :)

Alle anderen haben auch diesen Monat wieder die Chance auf ein Buch - es gibt also keinen Grund traurig zu sein :)

Liebe lila Lesegrüße
Iris