Donnerstag, 27. Februar 2014

Rezension: "Göttlich verliebt" (Josephine Angelini)





Titel: Göttlich verliebt
Reihe: Band 3 der Reihe "Göttlich"
Verlag: Dressler
Hardcoverausgabe mit 449 Seiten
ISBN Schuber (1-3): 978-3791526294
ISBN Einzelbuch: 978-3791526270
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 14-17 Jahre
Preis Schuber: 39,95 Euro
Preis Hardcover einzeln: 19,95 Euro






Klappentext:

"Es gibt etwas, das ich dir zeigen muss", sagte Orion ruhig. 
"Klar", sagte Helen, aber seine traurige, sorgenvolle Miene gefiel ihr gar nicht. Noch verwirrender als der Blick, mit dem er sie dachte, waren die Farben, die sie in ihm brodeln sah. Sie veränderten sich so schnell, dass Helen sie nicht identifizieren konnte. Plötzlich erkannte sie es aber dann doch: Er verbarg seine Gefühle vor ihr.

Ein TYRANN, der unter ihnen lauert.

Eine LIEBENDE, die sich entscheiden muss.

Ein KRIEG, der all das beenden wird.
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Story und Charaktere:

Nachdem durch die Blutsbrüderschaft zwischen Helen, Lucas und Orion die Häuser wieder vereint sind, steigen die Götter vom Olymp herab. Der größte Krieg aller Zeiten steht bevor.
Doch das ist nicht Helens einziges Problem – da sie stetig neue Fähigkeiten hinzubekommt, schlägt ihr immer mehr Misstrauen und Angst aus den eigenen Reihen entgegen.
Sie denkt jedoch nur daran Zeus zu besiegen. Können Helen und ihre Freunde den Krieg gewinnen?

Auf die einzelnen Charaktere werde ich dieses Mal nicht mehr so intensiv eingehen, ist meinerseits dazu doch genug gesagt worden. Deshalb heute die abgekürzte Form, die nur die Neuerungen beleuchten soll.

Nachdem Helen in Band 1 und 2 mit sehr vielen Halbgötterfähigkeiten ausgestattet wurde, die sie zu einem übermächtigen Charakter gemacht haben, wird nun nochmals eins draufgesetzt. Ausgerechnet der Charakter mit den stärksten Selbstzweifeln und dem größten Problem, Aufmerksamkeit zu ertragen, erhält alle Fähigkeiten, die man sich nur wünschen kann. Das große Aufmerksamkeitsproblem, das in Band 1 noch so präsent war, wird mittlerweile einfach unter den Tisch gekehrt, als wäre es nie dagewesen. Jetzt steht Helen wie durch Zauberhand gerne im Mittelpunkt.

Lucas, der smarte, gutaussehende Sunnyboy, der niemals mit Helen zusammen sein darf, brilliert in diesem Band damit, dass man über ihn immer wieder den Kopf schütteln muss. Gerade gegenüber Orion verhält er sich wie ein quengeliges, kleines Kind, anstatt seinen Mann zu stehen.

Andy, der neue Charakter, der in diesem Band eingeführt wird, ist mir ziemlich schleierhaft. Sie ist eine Sirene, erhält aber sehr wenig Platz in der Geschichte, obwohl anfänglich viel Furore um sie gemacht wird. Sie scheint vor allem den Zweck zu erfüllen, eine weitere Liebesgeschichte komplett zu machen. Ein sehr nichtssagender und austauschbarer Charakter.

Hector und Orion bleiben auch im dritten Band die Charaktere, die am besten ausgearbeitet worden sind und die man deshalb gerne durch die Geschichte begleitet.
Die Glaubwürdigkeit der meisten anderen Charaktere, denen es auch in Band 3 wieder sehr an emotionaler Tiefe fehlt, lässt sehr zu wünschen übrig.
Die Handlungen einzelner Figuren sind oft nicht nachvollziehbar, sodass ganze Handlungsstränge weit hergeholt, durchkonstruiert und demnach unglaubwürdig erscheinen.
Das Ende der Reihe mich deshalb mehr verwirrt als zu begeistern.

Was mir besonders gefallen hat:

An dieser Stelle soll der Anhang des Buches erwähnt werden, in dem alle „Wer ist wer?“-Fragen beantwortet werden. Da der Leser im Laufe der Reihe, aber besonders in Band 3, mit den unterschiedlichsten Namen bombadiert wird und sich anschließend selbst zurechtfinden muss, ist der Anhang sehr hilfreich.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

So hilfreich der Anhang aber für den Ein oder Anderen Leser auch sein mag – diesen hätte es nicht gebraucht, wenn man bei all den auftretenden Figuren nicht irgendwann den Überblick verlieren würde. In diesem Band wurde mehr auf Quantität als auf Qualität der Figuren gesetzt.

Um bei den Figuren zu bleiben: Jeder der Charaktere, die wir über die gesamte Reihe begleiten durften, erhält nun endgültig auch noch seine eigene Liebesgeschichte, die irgendwo dazwischengesponnen wird. Ich drücke es bewusst so aus, da durch diesen Zug der Autorin vor allem die Dreiecksbeziehung zwischen Lucas, Orion und Helen schlecht gelöst ist. Bereits im Vorgängerband gab es mir zu viele Liebschaften, mit Band 3 wird dieser Überfluss überreizt.

Gerade solche Dinge tragen dazu bei, der Geschichte ihre Glaubwürdigkeit zu nehmen, an der es ihr sehr mangelt. Leider kann ich deshalb nicht sagen, dass die losen Fäden am Ende gekonnt verknüpft wurden. Durch die vielen separaten Einzelgeschichten, breitet sich auch im Band 3 wieder das Bild einer Flickendecke ohne erkennbares, aber vor allem nachvollziehbares, Muster aus. Zu viel aus den Vorgängerbänden bleibt einfach außen vor, findet keine Erwähnung mehr und bleibt in der Luft hängen, während tausend neue Dinge passieren, die aber so wenig Raum erhalten, dass alles vor sich hinplätschert, ohne einen gemeinsamen Spannungsbogen erkennen zu lassen. Wenn z.B. jemand aus den eigenen Reihen die Seite wechselt und stirbt, wird dies quasi mit einem „Ups, naja, passiert!“ quittiert.
Dadurch, dass es nach wie vor auch an emotionaler Spannung fehlt und zusätzlich viele Fragen offen bleiben und auch Logiklücken entstehen, war Band 3 für mich eine Geduldsprobe.

Ich verstehe beispielsweise nicht, warum Helen als Rogue bezeichnet wird, obwohl sie am Ende doch gar keiner ist. Auch verstehe ich nicht, weshalb der Tyrann am Ende kein Rogue ist, obwohl nur ein solcher der Tyrann sein kann. Diese und ähnliche Logiklücken finde ich für die Geschichte sehr fatal, passt am Ende doch noch weniger zusammen.

Nach misslungenem Plot und leider keiner glaubwürdigen Darstellung der Charaktere, muss ich leider auch beim Schreib- und Sprachstil wieder Abzüge machen. Besonders die vielen blumig, übertriebenen und zum Teil schmalzigen Formulierungen haben mich sehr gestört. Das flachte den ohnehin sehr einfachen Schreibstil noch mehr ab.

Gestaltung:

Hier gilt Selbiges wie für Band 1 und Band 2. Die Cover des Schubers sind sehr nichtssagend und meiner Meinung nach unpassend, sagen sie doch wirklich absolut nichts über das Buch aus und können daher auch nicht als Visitenkarte für dieses bestehen.

Wertung:

Es ist wirklich schade, dass mich die Reihe mit keinem Band begeistern konnte. Leider stimmte auch im 3.Band für mich wieder viel zu viel nicht. Da es sich aber immerhin besser lesen ließ als Band 1, vergebe ich 1,5 Lila-Lesesterne.


Dienstag, 18. Februar 2014

Rezension: "Göttlich verloren" (Josephine Angelini)






Titel: Göttlich verloren
Reihe: Band 2 der Reihe "Göttlich"
Verlag: Dressler
Hardcoverausgabe mit 504 Seiten
ISBN Schuber (1-3): 978-3791526294
ISBN Einzelbuch: 978-3791526263
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 14-17 Jahre
Preis Schuber: 39,95 Euro
Preis Hardcover einzeln: 19,95 Euro







Klappentext:

Helen sah etwas aufblitzen, als Orion eine der vielen Klingen hervorzog, die er unter seiner Kleidung trug. "Komm und zeig dich", forderte Orion den Gegner heraus. Seine Stimme war ruhig und kalt - fast als hätte er darauf gewartet, dass so etwas passierte. Helen hasste es, ohne ihre Blitze völlig hilflos zu sein, und beschloss zu lernen, wie man als Sterblicher kämpfte, sobald sie wieder in der richtigen Welt war. Falls sie jemals in die richtige Welt zurückkam.

In der Unterwelt ist die Zeit für immer.

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Story und Charaktere:

Helen hat längst akzeptiert, dass sie eine Halbgöttin mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten und einem unglaublich wichtigen Auftrag ist. Nicht jedoch akzeptiert hat sie, dass sie mit Lucas niemals zusammen sein darf.
Ihre Gefühle geraten allerdings erneut in Aufruhr als sie während ihres Auftrags in der Unterwelt den gutaussehenden Orion kennenlernt. In diesem ganzen Gefühlskonflikt muss sie jedoch die Nerven behalten, um sich auf ihre Feinde und ihre Aufgabe zu konzentrieren. Alles hängt davon ab, dass sie ihr Ziel erreicht.

Helen ist nach wie vor ein sehr schüchterner Charakter mit wenig Selbstbewusstsein und immer wiederkehrenden Selbstzweifeln. Dennoch versucht sie, ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Gegenüber ihren Mitmenschen ist sie sehr nett, hilfsbereit und handelt oft selbstlos. Mit ihren Fähigkeiten geht sie mittlerweile sehr selbstverständlich um, bekommt sogar noch neue hinzu
Leider fällt es aber auch im zweiten Band sehr schwer, sie als authentisch zu empfinden, da sie trotz vieler beschriebener Emotionen sehr emotionslos wirkt. Sie nimmt alles einfach hin, ohne echt zu wirken. Eine Sache, die mich bereits im ersten Band gestört hat und die hier leider fortgeführt wird.

Lucas erlebt im zweiten Band eine starke Wandlung seines Charakters. War er im ersten Band noch der smarte, charmante, gutaussehende Sunnyboy den jeder haben will, entwickelt er sich jetzt zu einem zeitweise aggressiven und oft wütenden Ekel, in dem man nur noch zwischenzeitlich den alten Lucas erkennt. Insgesamt wird seine Rolle hier kleiner, was deutlich von der Liebesgeschichte aus Band eins wegführt.

Hector ist in diesem Band mit der stärkste und am besten gezeichnete Charakter. Er taucht zwar nicht oft auf, aber wenn er es tut, ist er unglaublich präsent. Man fühlt mit ihm mit und durchlebt schwere, wie auch schöne Momente mit ihm.

Orion ist der neue Mann an Helens Seite. Er ist natürlich auch absolut gutaussehend, sodass sich Frauen ihm nur schwer entziehen können. Dazu ist er noch sehr charmant und humorvoll. Seine Fähigkeiten und seine Geschichte sind sehr interessant, wird hier doch endlich mal ein Charakter im Ganzen beleuchtet. Insgesamt wirkte er auf mich sehr erfrischend und authentisch.

Die Delos-Familie an sich hat sich ebenfalls sehr verändert. Gegenüber Band 1 wirken sie sehr oberflächlich, aber vor allem sehr viel liebloser. Insgesamt verliert sie an Charme, was ich sehr schade fand.

Story und Charaktere waren auf jeden Fall besser ausgeführt als noch im ersten Band. Leider konnte mich aber beides auch dieses Mal nicht vollständig überzeugen.

Was mir besonders gefallen hat:

Ich bin sehr froh, dass Band 2 sich gegenüber Band 1 so gesteigert hat. Vor allem kommt endlich Spannung auf, die ich im Vorgängerband bis auf die letzten 80 Seiten vermisst habe.
Helens Ausflüge in die Unterwelt haben mir schon deshalb so gut gefallen, weil es dort endlich mal um Köpfchen ging und nicht um noch mehr Superkräfte, von denen es meiner Meinung nach viel zu viele in dieser Reihe gibt.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Schon der Übergang von Band 1 zu diesem Band erschien mir recht holprig. So geht es dann auch erstmal eine ganze Weile weiter, bis die Geschichte in den Fluss kommt. Der wird dann allerdings leider immer wieder durch die ganzen Sprünge durchbrochen, bei denen mal dies mal das passiert. Das Gesamtbild erscheint dann wie ein Flickenteppich, dessen Nähte nicht erkennbar sind, gibt es doch zumeist keine eindeutigen Absätze, die einzelne Situationen voneinander trennen.
Meist hört der eine Absatz am Ende der einen Seite auf und der nächste fängt auf der Folgeseite oben an. Das verwirrt beim Lesen, merkt man doch meist erst nach einigen Sätzen, dass man sich an einem völlig anderen Ort mit völlig anderen Personen befindet. Hier hätte es vielleicht geholfen, das Buch in mehr Kapitel zu unterteilen, die für klare Abgrenzungen gesorgt hätten.

Zwischen all den auftretenden Personen gibt es dann noch die verschiedensten Liebesgeschichten, von denen es meiner Meinung nach viel zu viele gibt. Zu sehr liegt zwischenzeitlich das Augenmerk genau darauf, während aber beispielsweise der Tod von Zach oder die Konsequenzen für die Stadt nur ganz kurz ihre Erwähnung, ohne weitere Erläuterungen finden.
Die eigentliche Story kommt leider zu kurz, sodass man vor allem Kleinigkeiten aus der Geschichte mitnimmt. Dazu gehört zum Beispiel der Fakt, dass der Gott Ares völlig verrückt ist und unangenehm riecht.

Insgesamt macht der Inhalt nicht ganz glücklich. Eine riesige Ameise als Gegner schien mir doch eher lächerlich als gefährlich und das zufällige Vermischen von Blut während eines Kampfes als Blutsbrüderschaftsritual zu bezeichnen, das den größten Krieg aller Zeiten auslöst, schien mir auch nicht sehr realistisch.
Wie auch im Vorgängerband sind mir all die Fähigkeiten, die vor allem Helen hat, viel zu viel. Sie wirken sehr aufgesetzt und konstruiert und ich befürchte fast, Helen bekommt auch noch im dritten Band einige hinzu.
Schade, dass diese Kleinigkeiten die Geschichte so negativ erscheinen lassen, denn im Grunde hat sie viel Potenzial.

Schreib- und Sprachstil haben sich in Band 2 positiv entwickelt. Vor allem die Sätze wirken weniger gestellt und konstruiert. So ließ sich Band 2 wesentlich einfacher und lockerer lesen als noch Band 1.

Gestaltung:

Da ich die Schuberausgabe besitze, hat Band 2 die gleiche Gestaltung wie Band 1, die ich nach wie vor nichtssagend finde. Als Visitenkarte eines Buches spricht dieses Cover weder an, noch passt es zum Inhalt.

Wertung:

Da ich der Autorin zu Gute halte, dass sie ihren Schreib- und Sprachstil positiv entwickelt und auch einen spürbaren Spannungsbogen aufgebaut hat, vergebe ich an den zweiten Band 2,5 Lila-Lesesterne.


Rezension: "Göttlich verdammt" (Josephine Angelini)





Titel: Göttlich verdammt
Reihe: Band 1 der Reihe "Göttlich"
Verlag: Dressler
Hardcoverausgabe mit 494 Seiten
ISBN Schuber (1-3): 978-3791526294
ISBN Einzelbuch: 978-3791526256
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 14-17 Jahre
Preis Schuber: 39,95 Euro
Preis Hardcover einzeln: 19,95 Euro






Klappentext:

"Autsch. Bring mich nicht zum Lachen", schnaufte er und seine Brust bebte dabei auf und ab. "Wenn du aufhörst, hör ich auch auf", meinte Helen. Sie kicherten noch leise vor sich hin und konzentrierten sich erneut darauf, ihre Schmerzen zu regulieren und ihre Körper zu heilen. Mit einem Ohr hörte Helen das regelmäßige Pochen von Lucas' Herz und mit dem anderen das Kreischen der Möwen. Die Morgendämmerung brach bereits herein und sie fühlte sich zum ersten Mal seit Wochen vollkommen sicher. 

Eine schicksalhafte LIEBE.

Eine antike FEHDE.

Ein göttliches ERBE.

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Story und Charaktere: 

Helen lebt mit ihrem Vater auf der kleinen Insel Nantucket. Von ihrer Mutter weiß sie nichts, denn diese hat sie schon verlassen, als sie noch ganz klein war.
Eines Tages zieht eine neue Familie auf die Insel, die Helens Leben völlig durcheinanderwirft. Sie hatte zwar schon immer das Gefühl anders als ihre Mitmenschen zu sein, doch was sie jetzt erfährt, ist unglaublich – Helen stammt nämlich aus der Reihe der großen griechischen Götter ab und ist damit eine Halbgöttin. Dummerweise verliebt sie sich dann auch noch ausgerechnet in den Halbgott, mit dem sie niemals zusammen sein darf.

Helen kommt mit einer Sache überhaupt nicht zurecht und das ist Aufmerksamkeit. Diese versucht sie mit aller Macht von sich abzulenken, indem sie sich so gut es geht unsichtbar macht. Leider hilft auch das dickste Haar vor dem Gesicht nichts, denn Helen ist ausgesprochen hübsch und damit für alle eine Augenweide, der Aufmerksamkeit gewiss ist.
Als sie erfährt, dass sie eine Halbgöttin ist, erfährt sie auch von den in ihr verborgenen Kräften, die schon bald erklären, warum sie sich immer so anders gefühlt hat. Sie fällt dem Leser allerdings vor allem durch ihre ständigen Selbstzweifel auf, die sich durch das ganze Buch ziehen und weitaus mehr Raum einnehmen, als es die Hauptpunkte der Geschichte tun. Außerdem ist sie sehr schüchtern und zeichnet sich durch wenig Selbstbewusstsein aus.

Claire ist Helens etwas überdrehte, beste Freundin, die Helen nie im Stich lassen würde. Sie weiß immer ganz gut über den neusten Klatsch und Tratsch Bescheid und ist deshalb auch diejenige, die Helen von der neuen Familie auf der kleinen Insel erzählt.
Während Helen regelmäßig in ihren Selbstzweifeln versinkt, ist Claire stets gut gelaunt, offenherzig, aufgeschlossen und sehr sympathisch. Als sie davon erfährt, dass sie eine Halbgöttin zur Freundin hat, reagiert sie eher erfreut als verwundert. Sie weißt jetzt wenigstens, dass sie sich diverse Dinge aus der Vergangenheit nicht eingebildet hat. Eine große Stärke ihrerseits: Sie neidet ihrer Freundin ihre Kräfte nicht, sondern freut sich mit ihr über all die Aufregung, die ab jetzt im Verborgenen auf Nantucket herrscht.

Lucas ist einer der jungen Männer aus der Familie Delos, die gerade auf die Insel gezogen ist. Nachdem die Furien sich nicht mehr zwischen ihn und Helen stellen, kann er nicht mehr von ihr lassen. Dabei dürfen die beiden niemals zusammen sein. Er könnte jedoch auch jede andere Frau haben, denn er ist, wie man es von einem Halbgott erwartet, besonders attraktiv.
Kampfsport, Stärke, das Fliegen und sogar das Licht zu beugen sind seine speziellen Halbgottfähigkeiten. Darüber hinaus erkennt er sofort wann jemand lügt.

Die Delos-Familie ist insgesamt eine sehr liebevolle und nette Familie, in der sich jeder um jeden kümmert. Vor allem Noel hat das Herz am rechten Fleck und hält die Familie mit ihrer Anwesenheit zusammen. Als einziger Mensch im Haus kümmert sie sich vor allem um das leibliche Wohl und darum, dass alle genug Zeit miteinander verbringen. Ihre Art überträgt sich auch auf die anderen Familienmitglieder, sodass man sich als Leser gerne bei ihnen Zuhause aufhält.

Neben diesen Charakteren gibt es noch viele weitere auftretende Personen, auf die ich nicht weiter eingehen möchte.
Leider sind fast alle Charaktere sehr eindimensional und bleiben es auch das ganze Buch über. Selbst der Gegenspieler der Halbgötter oder gar die Hauptcharaktere erhalten keine Tiefe und kamen deshalb bei mir als Leserin ebenso wenig an, wie die anderen auftretenden Personen.
Außer Claire gibt es keine Person, die von der Autorin wirklich durchdacht worden zu sein scheint. Sie ist die einzige, die wirklich sehr authentisch wirkt und im Gedächtnis des Lesers Spuren hinterlässt.

Die Story ist leider ebenso oberflächlich wie die Charaktere selbst, weshalb mich beides nicht überzeugen konnte.

Was mir besonders gefallen hat:

Einzug zu Gute halten kann ich diesem Buch etwa die letzten 80 Seiten. Hier nimmt die Autorin endlich Fahrt auf und lässt einen Spannungsbogen erkennen. Dieser ist in Band 2 hoffentlich ab der ersten Seite spürbar.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Nachdem Charaktere und Geschichte schon nicht punkten konnten, hatte ich immer wieder gehofft, dass sich Schreib- und Sprachstil irgendwann so ändern würden, dass das Buch trotzdem gut lesbar ist. Das ist leider nicht geschehen. Der Schreibstil ist sehr flach und wartet mit vielen kurzen Sätzen nach Schema F auf, die keine Herausforderung für den Leser darstellen. Ich war davon sehr schnell genervt, denn die aneinandergereihten kurzen Sätze führen dazu, dass Textpassagen abgehackt klingen und man beim Lesen ins Stolpern kommt.
An diesen sehr einfachen Schreibstil passt sich auch die Sprache an. Bei diesem Buch erkennt man einen „Grundwortschatz“ über den die Autorin nicht hinausgeht und der für viele Wiederholungen sorgt. Hinzu kommt, dass viele Formulierungen aus dem umgangssprachlichen Bereich kommen und den Stil so noch platter erscheinen lassen.

Wie bereits erwähnt, kann das Buch leider auch nicht von der Geschichte oder den Charakteren getragen werden. Die griechische Mythologie, die hier erklärt und in den Namen der Halbgottcharaktere wiedergegeben wird, ist sehr lückenhaft. Dadurch, dass dem Leser nur die Fakten, nicht aber die Hintergründe präsentiert werden, kann kein vollständiges Bild entstehen, das dem Leser aber zum besseren Verständnis helfen würde. Allein durch die Erwähung der „Illias“ oder der „Odyssee“ von Homer ist dem Leser nicht geholfen, kann man schließlich nicht davon ausgehen, dass diese jedem bekannt sind. Von einer Autorin, die sich während ihres Studiums intensiv mit griechischer Mythologie beschäftigt hat, hätte ich in dieser Thematik mehr Liebe zum Detail erwartet, soll doch eben dieser Teil menschlischer Geschichte die gesamte Reihe tragen.

Die Charaktere wirken insgesamt sehr emotionslos, obwohl die Autorin über Emotionen schreibt. Helen will beispielsweise plötzlich ohne ersichtlichen Grund einen Jungen umbringen den sie gar nicht kennt und sieht in dessen Gegenwart ständig drei seltsame Frauen, die sich gegenseitig die Augen auskratzen, benimmt sich aber weiterhin völlig normal. Angst? Verzweiflung? Verwunderung? Nein, sie nimmt es quasi mit einem Schulterzucken hin. Als nächstes erfährt sie, dass sie eine Halbgöttin mit verschiedenen Fähigkeiten ist, doch fehlt auch hier das Erstaunen, die Angst oder was man sonst erwarten würde. Selbst als sie sich mit einem Schwert bedrohen lässt, dass ihren Tod bedeuten könnte, zuckt sie nicht mit der Wimper, als ihr klar wird, dass sie unverwundbar ist. Es werden in Nebensätzen zwar immer wieder Gefühle solcher Art erwähnt, kommen aber nicht zum Tragen. Das gesamte emotionale Konstrukt stimmt bei den Charakteren deshalb leider überhaupt nicht. Als Leser muss man alles einfach hinnehmen. Die Dinge sind eben so. Genau das macht die Geschichte so unauthentisch wie sie leider ist, denn diese Art von oben genannten Beispielen ziehen sich durch das gesamte Buch und sie erstrecken sich über sämtliche Charaktere. Dadurch bleibt leider auch der Spannungsbogen sehr flach, kommt beim Leser die Geschichte doch einfach nicht an, wenn er sie nicht mitfühlen kann.

Am meisten stört mich jedoch, dass man beim Lesen das Gefühl hat, einen Abklatsch der Bis(s)-Reihe in den Händen zu halten. Die Delos-Familie lässt sich genauso auf die Cullens übertragen, wie Helen und ihr Vater auf Bella und deren Vater. Aus Vampiren werden Halbgötter mit zum Teil identischen Fähigkeiten, wie wir sie aus Stephanie Meyers Büchern kennen. Sogar die Liebesgeschichte baut sich ähnlich auf. Natürlich könnte man es als Kompliment an die Bis(s)-Reihe sehen, wenn sich so nahe daran orientiert wurde, ich jedoch finde, dass damit der Leser an der Nase herumgeführt wird. Mit Sicherheit wollte ich keine schlechte Immitation genannter Reihe in neuem Gewand lesen. Besonders toll fand ich deshalb folgenden Satz: „Ihr könnt mir glauben, ich bin viel glücklicher damit, dass ihr alle griechische Götter seid und nicht irgendwas Widerliches wie Fledermäuse oder Wölfe oder Moskitos.“ (S.306) Eine Seite vorher ging Claire noch davon aus, dass sie es mit Vampiren zu tun hat.

Cover:

Das Cover der Schuberausgabe ist sehr einfach gehalten. Außer dem Titel findet sich nichts auf dem Cover, funktioniert der Schuber doch über die Buchrücken und den Schuber selbst. Das Cover des Schuberbuches finde ich fast noch passender als das „Originalcover“, ist es doch genauso nichtssagend wie der Inhalt zwischen den Buchdeckeln.

Wertung:

Hier stimmt für mich leider nichts. Da ich jedoch den Schuber besitze, werde ich Band 2 und 3 auch noch lesen und hoffe bis dahin, dass sich in den Folgebänden einiges ändert. Dem ersten Band kann ich leider nicht mehr als einen gut gemeinten Lila-Lesestern geben und das auch nur, weil die letzten 80 Seiten mich zumindest ein wenig begeistern konnten.


Montag, 10. Februar 2014

Rezension: "Max und Micha - Claras Puppe (Klaus Kurt Löffler)





Titel: Max und Micha - Claras Puppe
Reihe: Band 5 der Reihe "Max und Micha"
Verlag: Re Di Roma-Verlag
Taschenbuchausgabe mit 148 Seiten
ISBN 978-3-86870431-0
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: keine Angaben
Preis: 9,95 Euro








Klappentext:

Seltsame Dinge geschehen im Hotel, als Clara mit dem Großeltern in St. Wolfgang anreist. Jemand will sich in Besitz der Puppe setzen, die sie auf dem Flughafen in Kopenhagen geschenkt bekam. Zum Glück findet Clara ihre Lotte und Karo hilfsbereite Freundinnen und - unter Führung des >>UGGIS<<, eines kleinen Stoff-Orang-Utans, - setzen sich die drei zur Wehr. Auch Max und Micha versuchen herauszufinden, wem die Puppe so wichtig ist, dass ihm jedes Mittel recht ist.

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Story und Charaktere:

Lotte und Karo finden ihren Urlaub in St.Wolfgang am Wolfgangsee besonders schön, haben sie doch eine neue Freundin gefunden. Clara ist mit ihren Großeltern aus Dänemark gekommen und leistet den beiden Mädchen Gesellschaft. Mit dabei hat sie eine Puppe namens „Mette“, die sie im Flughafen in Kopenhagen von einem netten Mann geschenkt bekommen hat, der ein neues Zuhause für die Puppen seiner verstorbenen Enkelin gesucht hatte.
Kaum in St.Wolfgang angekommen, passieren jedoch seltsame Dinge. Hotelzimmer werden durchsucht und irgendwer scheint es auf Claras Puppe abgesehen zu haben. Klar, dass Max und Micha der Sache ebenso auf den Grund gehen wie die Mädchen. Ob sie herausfinden wer Mette unbedingt an sich bringen will?

Max und Micha sind aufgeweckt wie wir sie kennen. Mit Feuereifer stürzen sie sich auf den neuen Fall, bei dem sie sehr taktisch vorgehen. Auch der Hoteldirektor wird dieses Mal mit ins Boot geholt. Der ist zwar nicht erfreut darüber, bangt aber bei all den seltsamen Zimmerdurchsuchungen zu sehr um seinen guten Ruf um ablehnen zu können.
Lotte und Karo sind in diesem Fall ganz vorne mit dabei und führen, zusammen mit Clara, ihre eigenen Ermittlungen durch. Das ist gar nicht so einfach, da sie plötzlich jeden Tag eine neue, spannende Tour unternehmen, bei denen sie von zwei weiteren Hotelbewohnern und ihren Eltern begleitet werden. Mal geht es in die Berge, mal in eine Westernstadt oder auf die Rodelbahn. Natürlich unterlaufen Karo dabei immer wieder witzige Silbendreher, die wir schon aus den Vorgängerbänden kennen.
Clara, die aus Dänemark stammt, mischt trotz ihrer zurückhaltenden Art auch ordentlich mit. Die Verständigung mit den beiden deutschsprachigen Mädchen läuft zwar über Hände und Füße, doch das stört niemanden.

In diesem Band lernen wir viele neue Charaktere kennen, von denen dem Leser einige schnell ans Herz wachsen werden. Besonders Clara, als sehr präsenter Charakter, werde ich nicht so schnell wieder vergessen. Vielleicht gibt es ja irgendwann ein Wiedersehen.

Dieser Fall unterscheidet sich von den vorangegangenen Fällen insofern, dass dieses Mal die Mädchen im Vordergrund stehen und dass wir viele neue Orte in der Nähe von St.Wolfgang kennenlernen, die man nicht zu Fuß erreichen kann. Mir haben diese Exkursionen sehr viel Spaß gemacht, schafft das Ganze doch ein neues Bild der dem Leser sonst so vertrauten Umgebung.

Mir haben Charaktere und Story wieder sehr gefallen. Klaus Kurt Löffler hat damit wieder für zwei herrlich kurzweilige Abende bei mir gesorgt.

Was mir besonders gefallen hat:

Mir gefällt an diesen Büchern der etwas „andere“ Schreibstil, dem ich sonst so noch nicht begegnet bin. Er gefällt mir deshalb immer wieder so gut, weil er so wunderbar zu den Charakteren und dem Setting passt und sich konsequent durch die Reihe zieht.
Der Sprachstil unterstützt den Schreibstil des Autors besonders durch Formulierungen und Begrifflichkeiten, die heute im modernen Sprachgebrauch von Jugendlichen keine Verwendung mehr finden. So entsteht etwas völlig Eigenes, das Jung und Alt wunderbar miteinander verbindet. Auch Erwachsene werden an dieser Reihe ihren Spaß haben.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

In diesem Fall fehlte mir ein wenig die Löfflersche Spannung, die beim Lesen der Vorgängerbände aufkam. Das ist sicher auch dem Prinzip der Zweigleisigkeit geschuldet, die in Band 5 verwendet wird. Zum einen folgt der Leser Max und Micha, zum Anderen Lotte, Karo und Clara. Das hat mir zwar technisch sehr gut gefallen, ließ aber weniger Spannung aufkommen, als man es bisher gewohnt war.

Ein weiteres kleines Detail waren die vielen Fremdwörter, die die liebe Lotte beherrscht und die Karo immer wieder verdreht. Die zwei sind noch sehr jung, spielen noch mit Puppen etc. und werfen trotzdem mit Wörtern um sich, die ich als Erwachsener schon relativ wenig gebrauche. Um den Kindern als Kinder gerecht zu werden, würde ich mir für die Folgebände wünschen diese zu ersetzen.

Gestaltung:

Auf der Vorderseite des Covers sehen wir, auf bekannte Art illustriert, drei junge Mädchen, von denen zwei eine Puppe in der Hand halten. Für den Hintergrund wurde wieder eine wunderschöne landschaftliche Kulisse gewählt, die direkt Lust auf eine Wanderung durch die Berge macht.
Auf der Rückseite sehen wir eine männliche und eine weibliche Person, die in den Bergen wandern. Max und Micha sind dieses Mal nur auf dem Logo zu sehen.
Auch im Inneren gibt es wieder viele Illustrationen, wir wir es aus den anderen Büchern bereits kennen.

Wertung:

Ich habe mich durch den fünften Fall von Max und Micha wieder gut unterhalten gefühlt und vergebe, nach Abzug eines Sterns für die Dinge, die mir nicht so gut gefallen haben, insgesamt 4 Lila-Lesesterne und eine Leseempfehlung.


Monatsverlosung: "Sayumi - Sayu Smiles" geht an...

Hallo ihr Lieben,

heute ist es endlich soweit und ich gebe euch den Gewinner von "Sayu Smiles" bekannt. Ich freue mich sehr, dass so viele von euch mitgemacht und eine Antwort auf unsere Frage gefunden haben. Es war wirklich sehr, sehr interessant all die Kommentare zu lesen, habe ich an die meisten Dinge doch selbst nicht gedacht. Dadurch wurde diese Verlosung für mich besonders spannend - ich danke euch :)

Leider haben mich wieder nicht alle E-Mailadressen erreicht. Es tut mir immer sehr leid, wenn ich deshalb jemanden von der Verlosung ausschließen muss. Bitte denkt beim nächsten Mal daran, mir diese im Kommentar oder als private Nachricht zukommen zu lassen.

Nun aber zur schönen Seite der Verlosung: 



Über "Sayumi - Sayu Smiles", ein signiertes Lesezeichen und ein kleines Extra darf sich die liebe Debbie freuen. Herzlichen Glückwunsch zum Zuwachs im Regal. Ich hoffe, du hast genauso viel Freude an dem Buch wie ich sie hatte :)

Für alle anderen gilt: Nicht traurig sein, auch im Februar gibt es wieder ein Buch zu gewinnen :) Ich danke allen fürs Mitmachen, mir hat es sehr viel Spaß mit euch gemacht :)

Liebe lila Lesegrüße
Iris