Freitag, 20. Februar 2015

Rezension: "Die Flüsse von London" (Ben Aaronovitch)






Titel: Die Flüsse von London
Reihe: Band 1 der Reihe "Peter Grant"
Verlag: dtv
Taschenbuchausgabe mit 478 Seiten
ISBN: 978-3-423-21341-7
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: keine Angaben
Preis:  9,95 Euro








Klappentext:

Können Sie beweisen, dass Sie tot sind?

Peter Grant ist frischgebackener Police Constable, als man ihm einen unerwarteten Karrierevorschlag macht: Er soll Zauberlehrling werden, der erst in England seit fünfzig Jahren. Jetzt muss er sich mit einem Nest von Vampiren in Purley herumschlagen, einen Waffenstillstand zwischen Themsegott und Themsegöttin aushandeln, Leichen in Covent Garden ausgraben... Alles ziemlich anstrengend. Und der Papierkram!

"Ich liebe dieses Buch!" Charlaine Harris

"So stellt man es sich vor, wenn Harry Potter erwachsen geworden und zu den Bobbies gegangen wäre. Eine einzige große, witzige, phantasievolle Kapriole." Diana Gabaldon

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Story und Charaktere:

Peter Grant hat auf eine Sache überhaupt keine Lust: einen langweiligen Schreibtischjob. Doch genau der scheint ihm nach seiner Ausbildung zum Police Constable zu blühen. Seine Kollegin Lesley hat es da besser erwischt. Sie bekommt einen Job in einer Abteilung, die Peter vor Neid erblassen lässt.
Da kommt ihm ein ungeheurer Zufall zur Hilfe. Ein Tatort in Covent Garden hält einen überraschenden Zeugen bereit, der Peters Leben ganz schön auf den Kopf stellen soll. Anstelle eines lebenden Mannes, trifft er dort auf einen Geist, den natürlich nur er sehen kann. Das ruft Polizeiinspektor Thomas Nightingale auf den Plan, der Peter unter seine Fittiche nehmen soll. Thomas Nightingale ist ein Zauberer mit vielen Geheimnissen und soll Peter nun in diesem besonderen Bereich lehren. Aus dem Schreibtischjob für Peter wird somit nichts.
Gleichzeitig jedoch, muss Peter weiter seinem Job bei der Polizei nachkommen und den Fall aus Covent Garden lösen. Dieser wird jedoch immer verworrener. Rätselhafte Morde geschehen, seltsame Dinge gehen vor sich. Peter muss tief in die Geschehnisse eindringen, um herauszufinden wohin der Fall ihn führen wird. Dass er dabei ganz nebenbei noch eine Fede zwischen Themsegott und -göttin schlichten soll, scheint dabei das kleinste Problem zu sein.

Peter Grant scheint zunächst ein unscheinbarer junger Mann zu sein, der, wie viele bei der Polizei, eine Zukunft am Schreibtisch vor sich liegen sieht. Dabei will er das ganz und gar nicht. Schade, dass man dabei kein Mitspracherecht hat. Gott sei Dank, kann das Schicksal den Menschen aber gelegentlich zur Hilfe eilen und so landet Peter schon bald im wohl größten Abenteuer seines Lebens. Als er herausgefunden hat, dass er mit Geistern sprechen kann, hält er das Ganze noch für verrückt. Mit dem Auftauchen von Thomas Nightingale jedoch, ändert sich seine Haltung gegenüber seinen Fähigkeiten. Gerade noch unscheinbar, entpuppt sich Peter nun als wissbegieriger, neugieriger Mann, der seine Grenzen testen will. Dabei bleibt er jedoch zumeist sehr sachlich und realistisch. Natürlich macht er auch Fehler, ist hin und wieder von sich selbst enttäuscht, wenn etwas nicht klappt und setzt sich dann selbst unter Druck. Zusätzlich scheint er noch keine gefestigte Persönlichkeit zu sein. Oft wirkt er verträumt, abwesend und lässt sich außerdem sehr leicht von seinem Umfeld beeinflussen. Dies alles macht ihn sehr sympathisch, da er eben nicht der typtische Überheld ist, sondern auch Ecken, Kanten und Fehler hat.
Neben seinen neuen Fähigkeiten, muss Peter sich auch auf seinen derzeitigen Fall konzentrieren, der ihm die magische Welt noch näher bringt. Dabei scheint alles sehr verworren zu sein und Peter wirkt hier und da überfordert. Insbesondere, als es auch noch darum geht, den Flussgöttern bei ihren Problemen zu helfen, ist die Kiste voll. Peter muss sich in so vielen verschiedenen Situationen behaupten, präsentieren, souverän zeigen etc., dass einem nichts anderes übrigbleibt, als einen gewissen Respekt für ihn und sein neues Leben zu empfinden.

Die Charaktere von Ben Aaronovitch sind schwer zu greifen und zu beschreiben. Sie alle haben so viele verschiedene Eigenschaften, dass es eine ganze Weile dauert, bevor man sie wirklich verstehen kann. Bei all den verschiedenen Personen fällt es zwischenzeitlich schwer, den Überblick zu behalten, da alle im gleichen „sachlichen“ Licht dargestellt werden. Das Buch über einen längeren Zeitraum zu lesen, ist gerade deshalb nicht empfehlenswert.
Das tut der Geschichte und dem Gesamtwerk allerdings keinen Abbruch, es führt lediglich dazu, dass ich an dieser Stelle keine weiteren Personen vorstellen möchte.

Was mir besonders gefallen hat:

Schon im Vorfeld wurde mir oft gesagt: „Das Buch liest sich wie ein Stadtplan.“ Dem muss ich zustimmen, allerdings auf positive Art und Weise. Aaronovitch präsentiert uns hier ein London der besonderen Art. Er spricht nicht nur über diese Stadt, er lebt sie auch in seinem Buch aus. Er entführt den Leser in dunkle Gassen, vielbefahrene Straßen, an die Themse, in die Oper, an öffentliche Plätze – einfach an alle Orte, die aus einer Stadt eine Stadt machen. Das hat mir persönlich sehr gut gefallen, konnte ich mich dadurch doch selbst viel besser in die Geschichte und die Geschehnisse vor Ort einfinden. Gespickt wurde das Ganze dann mit einem London, dass dem menschlichen Auge normalerweise verborgen bleibt. Es kommt zu interessanten Begegnungen mit Geistern, Göttern und auch Vampiren. Diese machen den fantastischen Teil des Falles aus, was mir ebenfalls sehr gefallen hat.
Interessant fand ich auch den Schreib- und Sprachstil des Autors, der sehr locker, aber gehoben und  sachlich-distanziert wirkt. Alles scheint von ihm auf sehr berechnende Art in Szene gesetzt worden zu sein. Insbesondere, was Informationen rund um den Fall, die Magie, die Stadt etc. betrifft, ist sehr detailliert beschrieben worden. Wer hier auf eine magische Atmosphäre wie in „Harry Potter“ oder ähnlichen Geschichten hofft, ist völlig falsch mit diesem Buch beraten. Hier geht man wirklich in die Tiefe der Geschehnisse, nimmt sie nicht einfach als gegeben hin, sondern muss Peter dabei begleiten, wie er kleine Schritte nach vorne, aber auch welche zurück macht. Diese Art, Charaktere auftreten zu lassen und Dinge zu beschreiben, ist mir bisher noch nicht begegnet, ist sicherlich sehr speziell und man sollte eventuell vorher in die Leseprobe schauen, ob es einem gefällt oder nicht.
Auch muss unbedingt noch der Humor des Buches erwähnt werden, der zwar oft offensichtlich ist, sich aber auch gerne zwischen den Zeilen versteckt und mit seiner trockenen und schwarzen Art hervorragend zu allem anderen passt. Ich bin sehr gespannt auf die Folgebände und hoffe, dass der Autor das Niveau des ersten Bandes halten kann.
Zu guter Letzt noch ein paar Worte zur Spannung im Buch: Ein Krimi, wie man ihn normalerweise kennt, wird hier vergeblich gesucht. Wie schon erwähnt, ist mir noch kein Buch wie dieses begegnet, was auch im Bezug auf das „Krimi“-Genre gilt. Die Spannung ist ziemlich gleichbleibend, die kleinen Höhepunkte sind über das Buch verteilt, der Showdown verläuft gewissermaßen sehr ruhig. Es ist jedoch eine so interessante Berg- und Talfahrt, dass genau das mich immer wieder an das Buch gefesselt hat.

Zusatz: Empfehlung

Mein Tipp an alle Unschlüssigen ist deshalb, unbedingt vorab die Leseprobe zu lesen oder das Buch einfach mal in der Buchhandlung in die Hand nehmen und ein paar Seiten lesen. Ich finde den Stil des Buches sehr speziell und kann mir sehr gut vorstellen, dass er bei vielen Lesern nicht auf die gleiche Begeisterung stoßen wird. Deshalb auch, auf der Suche nach einem passenden Buchgeschenk, am besten vorher ausloten, ob diese Richtung den Geschmack der Person auch wirklich trifft.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, warum der Autor zwei Erzählstränge gewählt hat, die augenscheinlich nichts miteinander zu tun haben. Bei mir hat es vor allem dazu geführt, dass ich hin und wieder das Gefühl hatte, dass das Buch sich ein wenig zieht. Dies ist aber sicherlich vor allem Geschmackssache. Ich bin gespannt, wie der Autor dies über die weiteren Bände löst und werde ein Auge darauf haben.

Gestaltung:

Warum genau dieses Cover ein solcher Blickfang ist, vermag ich kaum zu sagen. Ich jedenfalls bin vom Cover magisch angezogen worden, wie es oft der Fall ist. Hier jedoch, habe ich keine Erklärung dafür. Eine interessante Schrift, über einem Londoner Stadtplan mit Vergrößerungsglas, macht sehr schnell klar, worum es im Buch gehen wird. Ich finde die Wahl des Motivs sehr passend und bin nach wie vor begeistert.

Wertung:

Mit diesem Buch ist ein sehr spezieller Fantasy-Krimi in mein Regal gezogen, der es definitiv in sich hat. Mir ist ein solches Buch noch nicht begegnet, was die Reihe umso interessanter macht. Ich empfehle dennoch Vorsicht bei der Wahl des Buches und einen Blick in die Leseprobe, um sich sicher zu sein, dass man mit dieser „speziellen“ Art das Richtige für sich gefunden hat. Da ich für mich die zwei Handlungsstränge nicht wirklich als Pluspunkt verbuchen konnte, vergebe ich daher 4,5 Lila-Lesesterne an den ersten Band dieser Reihe.


Freitag, 6. Februar 2015

Rezension: "Flames n Roses - Lebe lieber übersinnlich" (Kiersten White)






Titel: Flames'n Roses - Lebe lieber übersinnlich
Reihe: Band 1 der Reihe "Lebe lieber übersinnlich"
Verlag: LOEWE
Hardcoverausgabe mit 381 Seiten
ISBN: 978-3-7855-7238-2
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 12-15 Jahre
Preis:  17,90 Euro






Klappentext:

Ich weiß nicht, woher ich komme.
Ich sehe Dinge, die du nicht siehst.
Ich bin Teil einer dunklen Prophezeiung.
Und dabei will ich doch nur eins:
ein richtiges Date!

Rosa, gefährlich und romantisch:
Das Traumpaar Evie und Lend verwischt die Grenzen zwischen Realität und Übersinnlichkeit!

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Story und Charaktere:

Die internationale Behörde zur Kontrolle Paranormaler, kurz IBKP, hat eine sehr wertvolle „Angestellte“. Ihr Name ist Evie, sie ist 16 Jahre alt und macht mit ihrem pinken Glitzertaser „Tasey“Jagd auf nicht registrierte Paranormale. Ihre besondere Fähigkeit ist es, hinter die Fassaden von Vampiren, Werwölfen etc. zu blicken und genau zu erkennen, mit wem oder was sie es zu tun hat. Vor ihr kann sich kein Paranormaler hinter einer menschlichen Hülle verbergen.
Macht sie diese Fähigkeit also weniger menschlich und mehr paranormal? Als sie den zauberhaften Gestaltwandler Lend bei einem Überfall auf die IBKP festnimmt und ihn während seiner Gefangenschaft näher kennenlernt, muss sie sich dieser Frage stellen. Warum muss sie in der Zentrale leben? Warum kann sie nicht einfach „kündigen“? Warum kann sie nicht normal zur Schule gehen, ein Date haben und einen eigenen Spind?
Als immer mehr Paranormale angegriffen und getötet werden, eine dunkle Prophezeiung auftaucht und plötzlich niemand mehr bei der IBKP sicher ist, flieht Evie mit Lend. Dort lernt sie das Leben von einer anderen Seite kennen, ohne den Kampf gegen das gefährliche Paranormale aufgeben zu müssen. Ein rasantes Abenteuer nimmt seinen Lauf, das viel Unerwartetes und Gefährliches bereithält.

Die 16jährige Evie ist die Hauptcharakterin des Buches. Mit ihr habe ich von Anfang an sympathisiert. Mit ihrer vorlauten, humorvollen und lebendigen Art, muss man sie einfach sofort mögen. Sie hat in jeder Situation einen flotten Spruch auf den Lippen, setzt gerne ihren eigenen Kopf durch und ist immer wieder vollpubertierender Teenager. Eine breite Palette an Charaktereigenschaften, die wirklich Spaß macht.
Seit ihrem 8. Lebensjahr ist sie bei der IBKP, wo sie Dienste als Jägerin von Paranormalen ausübt. Immer mit dabei ist ihr strassbesetzter, glitzernder, rosa Taser „Tasey“, der ihr diese Arbeit erleichtert. Hier wird also ordentlich mit Vampirjägerklischees aufgeräumt.
Obwohl sie diesen harten Job ausübt, ist Evie trotzdem total Mädchen. Sie liebt Rosa, Shopping und die Jugendserie Easton Heights. Sie hat ganz normale Mädchenträume und -wünsche. Sie will ein echtes Date, ein normales Leben, einen eigenen Spind. Sie will sich verlieben und einfach ein Teenager sein.
Als Lend in ihrem Leben auftaucht, ändert sich alles um sie herum schlagartig. Ihre ganze bisherige Weltsicht wird auf den Kopf gestellt. Ihr Leben bekommt eine neue Bedeutung, die IBKP wirkt plötzlich wie ein Gefängnis. Evie bricht aus alten Gewohnheiten aus, setzt sich durch und fängt ein neues Leben an.

Lend ist ein Gestaltwandler. Er kann jede beliebige äußerliche Form annehmen und mimt dabei am liebsten junge attraktive Männer. Evie kann jedoch durch seine Fassade blicken und sieht, dass er das eigentlich gar nicht nötig hat. Leider jedoch, soll Evie zu Lend eigentlich keinen Kontakt haben. Sie hat ihn bei einem Überfall auf die IBKP festgenommen, kann sich ihm aber nicht entziehen. Er hingegen freut sich über ihre Besuche. Da beide ungefähr gleichaltrig sind, ist es nicht verwunderlich, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen.
Lend hat eine sehr ruhige, charmante Art, die ihn ebenfalls zu einem Charakter macht, den man einfach mögen muss.

Ganz anders sieht dies bei Reth aus. Er ist eine Fee und etwas wie der Ex-Freund von Evie. Er ist absolut besessen von ihr und ist der Meinung, dass sie ihm gehören sollte. Insgesamt sind die Feen keine netten Lebewesen. Sie halten sich für Überwesen, sind extrem arrogant und stehen nur sehr widerwillig im Dienst der IBKP, die sie zu diesem Dasein gezwungen hat. Es ist natürlich auch sehr praktisch auf Feenpfaden zu reisen und immer jemanden herbeirufen zu können, wenn man in Schwierigkeiten steckt. Dass allerdings die Feen selbst auch Schwierigkeiten bedeuten, kehrt man gerne mal unter den Teppich, bis es zu Situationen bekommt, die die Gefährlichkeit dieser unter Beweis stellen.

Raquel kann man wohl am besten als Evies Ersatzmutter bezeichnen. Sie ist die Chefin der IBKP und hat immer ein Auge auf Evie. Seit diese allerdings in der Pubertät ist, hat sie wenig passende Worte für sie, dafür aber um so mehr Seufzer, die weitaus mehr aussagen. Evie ist jedoch in der Lage diese immer genau richtig zu deuten. Raquel gehört zu denjenigen, die immer und immer und immer am arbeiten sind, sodass man sie relativ wenig zu Gesicht bekommt. Ihre Auftritte charakterisieren sie jedoch sehr schnell sehr genau, was für einiges Geschmunzel sorgt.

Natürlich tauchen noch viele andere Charaktere in diesem Buch auf. Auf diese werde ich jedoch nicht weiter eingehen. Bemerkenswert finde ich allerdings, wie gut jeder einzelne Charakter von der Autorin umrissen und gestaltet wurde. Man hat von jedem automatisch ein klares Bild im Kopf, auch, wenn ein Charakter nur ganz kurz auftaucht. Ein Pluspunkt, der das Buch noch lesenswerter gemacht hat.

Was mir besonders gefallen hat:

Nicht nur die Charaktere sind einfach rundum wunderbar gelungen, der flotte und spritzige, flüssige Schreibstil, zusammen mit dem tollen Sprachstil, tragen ebenfalls dazu bei, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Der Humor in diesem Buch ist ebenfalls etwas, was einfach erwähnt werden muss. Es gibt kaum eine Seite, auf der ich beim Lesen nicht schmunzeln musste. Dabei wirkt dieser Humor keinesfalls aufgesetzt. Dieser geht zum einen von den Charakteren aus, zum anderen von den Ideen der Autorin. Die Meerjungfrau Trish beispielsweise, die Evies beste Freundin ist, aber nur über ein monotones Übersetzungsprogramm mit ihr kommunizieren kann, sorgt dafür, dass die Lachmuskeln strapaziert werden. Das Übersetzungsprogramm übersetzt alle Schimpfwörter mit dem Wort „Piep“, sodass ab und an ganze Sätze nur aus diesem Wort zu bestehen scheinen. So wird das Gepiepe schnell zu einem Running-Gag.
Obwohl ein Jugendbuch, mit Teenieliebe und viel rosa Geglitzer, konnte mich die Story die ganze Zeit über begeistern. Ich musste mich geradezu zwingen, das Buch nicht zu verschlingen, sondern es ab und an auch mal zur Seite zu legen.
Die Mischung aus Spannung und Emotionen, die Vielschichtigkeit der Geschichte und seiner Charaktere haben dieses Buch für mich zu einem richtigen Lesehighlight gemacht.
Wer also lustige Teenagecharaktere, witzige Ideen und Jäger von Paranormalen mag, sollte sich auf keinen Fall vom pinken Cover abhalten lassen, das Buch in die Hand zu nehmen.

Gestaltung:

Die pinke Silhouette einer jungen Frau, die eine Rose in der Hand hält, einen kurzen Rock und Stiefel mit hohen Absätzen zu tragen scheint, passt perfekt zum Inhalt des Buches. Das Cover war für mich von Anfang an ein Hingucker.

Wertung:

Für mich ist dieses Buch eine absolut runde Sache. Die Autorin hat viel Kreativität bewiesen, mit einigen Klischees aufgeräumt, neue erschaffen und ihren Charakteren sehr viel Raum gegeben. Definitiv ein Lesehighlight schon am Anfang des Jahres. Ich vergebe klare 5 Lila-Lesesterne und eine Leseempfehlung.


Mittwoch, 4. Februar 2015

Rezension: "Zwischen Ewig und Jetzt" (Marie Lucas)






Titel: Zwischen Ewig und Jetzt
Reihe: nein
Verlag: FJB
Hardcoverausgabe mit 463 Seiten
ISBN: 978-3-8414-2214-9
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: keine Angaben
Preis:  16,99 Euro







Klappentext:

Wenn das Jenseits dir noch was zu sagen hat...

"Ich habe ihn gesehen und mich sofort in ihn verliebt. Und im nächsten Augenblick war es schon wieder vorbei. Trennung, Schmerz, das volle Programm. Liebe auf den ersten Blick kennt jeder. Aber es gibt auch die Trennung auf den zweiten Blick. Von jemandem, den man sich einfach nicht erlauben darf. Weil er zu schön ist, zu allein, oder weil er ein Geheimnis hat."

Aber Julia kann nicht aufhören, an Nikolaos zu denken, den sie gleich am ersten Tag an der neuen Schule kennengelernt hat. Und tatsächlich hat er ein gefährliches Geheimnis - er kann mit Toten sprechen...

Eine wunderschöne Liebesgeschichte, die Gänsehaut macht - weil die Wahrheit stärker ist als der Tod.

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Story und Charaktere:

Neue Stadt, neues Glück. Nachdem Julia herausgefunden hat, dass ihr Leben bisher auf einer Lüge basiert hat, kann sie sich mit ihrer neuen Situation einfach nicht anfreunden. Sie will nicht in einer kleinen Wohnung ohne Luxus mit ihrer Mutter leben und zulassen, dass dies auch jeder weiß. So kommt es, dass sie ihren neuen Mitschülern gegenüber vorgibt, reiche Eltern und ein großes Haus zu haben. Leider erzählt sie auch ihrem festen Freund Felix, der aus der gehobenen Gesellschaft stammt, nicht, dass ihr Leben nicht ist, wie es zu sein scheint.
Alles wird noch viel komplizierter, als sie Niki kennenlernt. Den Jungen, den alle meiden. Schon bald weiß Julia auch warum. Niki kann mit Toten sprechen, eine Gabe, mit der auch sie schon bald in Berührung kommen soll – Niki hat nämlich eine Botschaft von ihrem gerade verstorbenen Großvater für sie. Schon bald kann sich Julia dieser Tatsache nicht mehr verschließen und auch gegen Nikis Anziehungskraft kann sie sich nicht wirklich wehren. Nun muss sie sich nicht nur zwischen zwei Jungen entscheiden, sondern auch noch den Auftrag eines Toten erfüllen.

Julia ist die Hauptcharakterin des Buches, aus der Sicht die ganze Geschichte erzählt wird. Auf mich wirkte sie sehr sympathisch, emotional und meistens sehr authentisch. Man bekommt automatisch Mitleid mit ihr, wenn man erfährt, was ihr in ihrem Leben widerfahren ist. Mit dem Tod ihres Vaters, ist ihr Leben wie ein Kartenhaus zusammengefallen, denn alles entpuppt sich als große Lüge, die sie nicht akzeptieren kann. Als ihr Großvater im Sterben liegt, weigert sie sich, ihn zu besuchen. Sie will nichts mehr mit den Menschen aus ihrer Vergangenheit zu tun haben, die ihr so lange etwas vorgemacht haben.
Als ihr Großvater ihr dann eine Botschaft aus dem Jenseits schickt, muss sie sich jedoch all dem erneut stellen. Zunächst noch skeptisch, muss sie jedoch schon bald herausfinden, dass nicht alles ist, wie es zu sein scheint. Dies sorgt für Verwirrung in ihrem Leben, von der sie eigentlich jetzt schon genug hat. Felix ist zwar ihr fester Freund, durch die Sache mit ihrem Opa, kommt sie jedoch auch Niki näher, an den sie ständig denken muss. Dieses Hin und Her kommt jedem, der selbst einmal zwischen zwei Jungen stand, sicherlich bekannt vor und wurde gut in die Geschichte integriert.
Felix und Niki sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere. Während Felix der blonde und blauäugige Schönling ist, um den sich die Mädels förmlich reißen, ist Niki der schwarzhaarige Außenseiter, den alle für verrückt halten. Kein Wunder, ist er doch nicht nur der Sohn eines Bestattungsunternehmers, sondern kann er noch mit Toten sprechen. Hinzu kommt, dass er ab und zu von den Geistern, die er hört, besessen wird. Diese Tatsachen haben letztlich dafür gesorgt, dass Felix und Niki nichts mehr miteinander zu tun haben, obwohl sie einmal die besten Freunde waren. Es ist sehr schwierig für beide, wieder irgendwie miteinander auszukommen, als Julia zwischen ihnen steht und die Hilfe beider Jungs benötigt, um zu erreichen, was sie erreichen muss.

Um Felix und Julia gibt es noch weitere Jugendliche, die zur angesagten Clique gehören und auf die ich nicht weiter eingehen werde. Auch auf die Erwachsenen, wie etwa Julias Mutter oder Nikis Vater gehe ich nicht weiter ein. All diese Charaktere sind jedoch sehr gut gestaltet worden, sodass man sich in ihrer Runde immer sehr wohl fühlt. Man hat von allen ein klares Bild, sodass es kein Problem für das Kopfkino gibt.

Was mir besonders gefallen hat:

Als absoluter Fan von Geistergeschichten, war dieses Buch sofort ein Muss für mich, als ich davon erfahren habe. Ein Junge der mit Toten sprechen kann? Das klang absolut super. Schnell kam ich beim Lesen in die Geschichte rein, ist der Schreibstil doch sehr flüssig und der Sprachstil sehr angenehm. Besonders interessant ist, dass vollkommen auf große Ausschmückungen verzichtet wird. Dennoch fehlt es an nichts und die Geschichte nimmt einfach ihren Lauf. Diese ist aus Sicht von Julia erzählt, was ich persönlich sehr ansprechend fand. Man konnte sich beim Lesen gut in sie hineinversetzen, ihre Gefühle mit ihr teilen und so auch sehr gut nachvollziehen, warum sie wie handelte.
Die Dreiecksgeschichte zwischen Felix, Niki und Julia ist sicherlich nichts Neues und auch etwas, das scheinbar in mittlerweile fast keinem Jugendbuch mehr fehlen darf, hier jedoch hat es mich nicht gestört. Ich fand das Ganze sehr glaubhaft, konnte Julias innerliche Zerrissenheit sehr gut nachempfinden und war selbst nicht sicher, wen von beiden ich wählen würde.
Insbesondere die Geisterszenen gefielen mir sehr gut – gab es doch einen Mix aus humorvollen Szenen und solchen, die man nicht selbst erleben möchte.

Was die Spannung betrifft, wird hier mit mehreren Höhepunkten gespielt, auf die immer wieder eine Talfahrt folgt. Da die Dreiecksgeschichte und die Geschichte um den Auftrag von Julias Opa und ihrer damit verbundenen Vergangenheit quasi parallel verlaufen, ist dies eine sehr interessante Lösung.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Bis ich etwas mehr als die Hälfte des Buches gelesen hatte, hätte ich es gerne weiterempfohlen, da es mir wirklich gut gefallen hat. Als es jedoch auf das Ende zuging, musste ich diese Empfehlung zurückziehen. So realistisch und glaubhaft ich die Darstellung der Ereignisse, der Reaktionen und Situationen ich bis dahin auch fand, plötzlich schien all das zu kippen. Die vorhandene Spannung, der man gerne folgte, wich einer so abgehobenen Unglaubwürdigkeit, die die Geschichte so sehr an Bodenständigkeit verlieren ließ, dass ich mich fragen musste, wie man auf ein solch absurdes Ende kommen konnte. Ich bin ehrlich entsetzt darüber, welche Lösung dem Leser am Ende präsentiert wird.

Schade fand ich, dass die anfängliche Geschichte um den Auftrag von Julias totem Opa immer mehr in den Hintergrund rückte und die Treffen zwischen Niki und Julia, Felix und Julia, Niki, Felix und Julia etc. immer mehr Raum einnahmen. Die umgekehrte Variante hätte mir persönlich viel besser gefallen und auch mehr Sinn ergeben.

Gestaltung:

Die Silhouetten eines Pärchens, die voreinander stehen und Händchen halten, stehen zwischen zwei Bäumen. Unter ihren Füßen liegen pinke Blütenblätter, direkt im Boden unter ihnen sieht man ein Skelett. Die Hauptfarben sind grau und schwarz, sodass der pinke Titel und die pinken Blütenblätter zum Hingucker werden. Ein Cover, dass mir sofort ins Auge gefallen ist und das sehr gut zum Inhalt passt.

Wertung:

Würde ich nur den ersten Teil des Buches werten müssen, würde diese Wertung sehr viel besser ausfallen. Da ich das Buch durch das absolut aburde Ende leider nicht weiterempfehlen kann, muss ich einige Sterne abziehen. Die Idee der Geschichte hat mir unheimlich gut gefallen, auch das Cover ist sensationell, das Gesamtbild stimmt am Ende aber leider nicht. Obwohl es mir schwer fällt, da auch Schreib- und Sprachstil mir wirklich sehr gefallen haben, kann ich leider nur 2,5 Lila-Lesesterne vergeben.


Rezension: Die Auserwählten - Im Labyrinth (James Dashner)







Titel: Die Auserwählten - Im Labyrinth
Reihe: Band 1 der Reihe "Die Auserwählten"
Verlag: Chicken House
Hardcoverausgabe mit 490 Seiten
ISBN: 978-3-551-52019-7
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: ab 13 Jahren
Preis:  16,95 Euro








Klappentext:

Er heißt Thomas. An mehr kann er sich nicht erinnern. Und er ist an einem seltsam bizarren Ort gelandet - einer Lichtung, umgeben von einem riesigen Labyrinth, in dem mörderische Kreaturen lauern. Gemeinsam mit fünfzig anderen Jungen sucht Thomas den Weg in die Freiheit. Doch dafür bleibt ihnen nicht viel Zeit...

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Story und Charaktere:

Als Thomas aufwacht, weiß er weder, wo er sich befindet, noch wer er überhaupt ist. Umringt von Jungen verschiedener Altersgruppen, die seltsame Worte verwenden, muss er versuchen, zu verstehen, in was er da hineingeraten ist. Schon bald wird ihm klar, dass das hier kein Spiel ist. Von seltsamen Maschinenwesen gejagt, umringt von einem gigantischen Labyrinth, muss Thomas sich in das Leben auf der Lichtung eingewöhnen. Etwas, was gar nicht so einfach ist, dringt doch plötzlich durch, dass jemand ihn kennt. Und nicht nur das, noch jemand kommt auf die Lichtung – eine Person, mit der Thomas noch viel mehr verbindet, als ein paar Erinnerungen.

Thomas ist der Hauptcharakter des ersten Bandes um die Auserwählten. Ein passender Titel, denn nur ausgewählte Personen werden ohne Erinnerungsvermögen auf die Lichtung, inmitten eines gigantischen Labyrinthes geschickt, auf der auch Thomas sich wiederfindet. Von Anfang an hinterfragt er alles und versucht angestrengt, wieder an seine Erinnerungen zu gelangen. Er ist sehr neugierig und gerät dadurch immer wieder in Schwierigkeiten. Aus irgendeinem Grund möchten ihm die anderen Bewohner der Lichtung einfach keine Informationen zukommen lassen.
Thomas ist ein Charakter, der ziemlich genau weiß, was er will. Dabei setzt er immer alles aufs Spiel und wirkt dadurch ziemlich naiv. Er geht an alles ziemlich sachlich heran, wodurch die Naivität einen gewissen Ausgleich findet. Er ist nach außen immer sehr gefasst, obwohl er innerlich vor Angst manchmal am liebsten schreien würde. Dennoch lässt er zumeist seinen Kopf die Oberhand über seine Emotionen gewinnen und funktioniert einfach weiter. Schnell ist klar, dass er sich unter den ganzen Jungs am schnellsten weiterentwickelt. Durch sein Handeln und seine Fähigkeit klar über die Dinge nachzudenken, erhält er Führungsqualitäten ohne Führer zu sein. Als Neuer auf der Lichtung, hat er natürlich nichts zu sagen. Eine Tatsache, die ihm nicht schmeckt und gegen die er sich immer wieder wehrt. Er hat keine Lust, anderen unterwürfig zu sein und zieht deshalb meistens trotzdem sein eigenes Ding durch.

Chuck ist so ziemlich das genaue Gegenteil von Thomas. Er war vor ihm „der Neue“ und heftet sich von Anfang an an Thomas Fersen. Ihn zeichnen weder Mut, noch Selbstbewusstsein aus, dafür aber absolute Loyalität gegenüber den Menschen, die er als seine Freunde bezeichnet. Chuck ist meistens sehr ängstlich und versucht sich so zu verhalten, dass er möglichst nicht auffällt. Erst durch Thomas lernt er andere Seiten an sich kennen, die er begeistert für das Gelingen von Thomas Vorstellungen einsetzt.

Über die anderen Jungen auf der Lichtung möchte ich nicht viel sagen. Wie auch Thomas, muss der Leser all die anderen Personen selbst kennenlernen. Mir persönlich fiel dies sehr schwer. Nach dem Lesen des Buches kann ich die anderen Jungs immer noch schlecht auseinanderhalten. Sie lassen sich schwer voneinander abgrenzen und wirken, als wären sie Statisten, die der Geschichte helfen sollen, voranzukommen. Das ist sehr schade, denn gute Charaktergestaltungen sind für ein Buch in meinen Augen immer schon die halbe Miete.
Durch die Art, wie aus Thomas Sicht alles sehr sachlich dargestellt wird, behält man auch als Leser somit eine gewisse Distanz bei, der die Schwammigkeit der Charaktere eventuell geschuldet ist. Einzig zu Chuck, mit seiner unerschütterlichen Treue und seinem Glauben an Thomas, baut man so etwas wie eine Beziehung auf.

Die Geschichte ist sehr interessant, wirft viele Fragen auf und hält am Ende wenig Antworten parat. Ich bin gespannt, ob diese in Band 2 geliefert werden.

Was mir besonders gefallen hat:

Mit diesem Buch hielt ich tatsächlich etwas „Anderes“ in der Hand, als ich mir vorgestellt oder bisher gelesen hatte. Der Schreibstil ist recht einfach, der Sprachstil sehr sachlich. Dadurch wird alles in einem Licht präsentiert, das bisher noch kein Buch aufgewiesen hat und mit dem der ein oder andere Leser sicherlich seine Probleme haben wird. Meine Probleme damit, werde ich später erläutern.
Die Beschreibung des Labyrinths und die der Gefahren, die dort lauern, machen das Ganze zu einem sehr beklemmenden Ort, an den man als Leser definitiv nie selbst gelangen möchte. Alles, was im Labyrinth passiert, wird sehr rasant beschrieben und lässt das Buch immer wieder zu einem Pageturner werden. Schade, dass es von diesen Situationen nicht so viele gibt, wie ich sie mir gewünscht hätte.
Auch gefallen hat mir, dass man als Leser keinerlei Zusatzinformationen bekommt. Man ist quasi immer auf demselben Stand wie Thomas und damit niemandem voraus. Durch das Fehlen von Informationen, ist man also gezwungen, bis zum Schluss durchzuhalten, sich mit Thomas durch die einzelnen Situationen zu beißen und kann natürlich hervorragend miträtseln, worum es letztlich denn nun geht.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Die Idee um das Labyrinth, die Auserwählten und alles was damit zusammenhängt, hat mir insgesamt sehr gut gefallen, an der Umsetzung hat es stellenweise jedoch arg gehapert. Nicht nur, dass die Tiefe der einzelnen Charaktere fehlte, auch das Zusammenleben und die Beschreibungen der Lichtung, wurden mehr als dürftig dargestellt. Von der Lichtung hatte ich bis zum Ende kein klares Bild, weder  wie groß welcher Ort ist, wo genau auf der Lichtung er liegt oder wie das Gesamtbild aussieht. Hinzu kamen all die seltsamen Namen der einzelnen Gebäude, mit denen man zum Teil nichts anfangen konnte. Die Verwendung von Wörtern, die auf Worterfindungen basieren, fand ich ebenfalls sehr unschön, sorgten sie doch immer wieder dafür, dass man beim Lesen ins Stocken kam. Alle scheinen trotz Verlustes ihres Erinnerungsvermögens, immer noch prima die ganz normale Sprache zu beherrschen, trotzdem jedoch kommt es zu diesen Wortkreationen, deren Verwendung mir absolut unnötig erschien. Ob dies irgendwie besonders hip wirken sollte, weiß ich leider nicht, mich jedenfalls hat es sehr gestört.

Der langatmige Anfang war etwas, was mich fast dazu gebracht hat, das Buch wieder abzubrechen. Dadurch, dass Thomas tausende Fragen stellt, aber keinerlei Antworten bekommt und sich diese Situation mit jedem Lichter quasi wiederholt, fühlte ich mich schnell gelangweilt und genervt. Ich sehe auch bis zu diesem Zeitpunkt absolut keinen Sinn darin, warum Thomas keinerlei Informationen erhalten hat. Schließlich sitzen alle im selben Boot und alle sind irgendwann genauso verwirrt auf der Lichtung erschienen.
Mit „Langatmigkeit“ kennt sich der Autor definitiv aus, denn diese findet sich immer und immer wieder. Gerade wenn es um seitenlange Erläuterungen von Problemen geht, neigt man dazu, ein paar Seiten zu überblättern, damit es endlich weitergeht.
Sprachlich fallen vor allem die ganzen ständigen Wortwiederholungen auf, die den Sprachstil sehr abgehackt wirken ließen.

Was mir außerdem gefehlt hat, waren Emotionen. Obwohl diese immer wieder mal benannt werden, werden diese aber nicht gefühlt. Wenn man sich nur mal selbst kurz vorstellt, in was für einer Situation die Jungs stecken, was um sie herum passiert, dass immer wieder Lichter sterben etc. kann ich nicht nachvollziehen, wie alles so kalt sein kann.
Auch wenn es um sehr schlimme Situationen geht, die zum Teil sehr brutal sind, bleibt diese Kälte erhalten. Schade, ich hätte gerne mehr mitgefiebert.

Gestaltung:

Ein halber Kopf, ein kreidegezeichnetes Labyrinth und jede Menge blau – das ist das Cover dieses Buches. Sehr einfach, aber effektiv. Es bleibt nicht viel zu sagen, außer, dass es sehr passend ist.

Wertung:

Die Idee hinter diesem Buch hat mir sehr gut gefallen und mich überhaupt dazu gebracht, das Buch zu kaufen und lesen. Leider jedoch hat es viele Defizite im Bereich der Charaktergestaltung, der Beschreibung der Lage, dem Spiel mit Emotionen. Das Ganze ist so sachlich geschrieben, dass es dem ein oder anderen Leser sicher schwer fallen wird, bei der Stange zu bleiben. Ich hoffe sehr, dass sich der Autor im zweiten Band, vor allem was das Vermeiden von langatmigen Szenen betrifft, gesteigert hat und vergebe bis dahin 2,5 Lila-Lesesterne an den ersten Band.