Sonntag, 21. Februar 2016

[Blogtour Station #1] "Azur - eine Diebin bricht aus" von Sabine Schulter



Liebe Leser und Leserinnen,

herzlich Willkommen zur Blogtour zu „Azur – eine Diebin bricht aus“ aus der Feder von Sabine Schulter. Auf meinem Blog findet ihr die erste Station einer Tour, die euch hinter die Kulissen dieses Buches führt.
Wie wir alle wissen, gibt es kein Buch ohne Autor, weshalb der Autor eines Buches genauso wichtig ist, wie das Buch selbst. Hier und heute erfahrt ihr deshalb mehr über die Autorin von „Azur – eine Diebin bricht aus“.
Alle weiteren Stationen dieser Tour findet ihr im Anschluss an den Beitrag in Form von Links. Und damit die Blogtour noch ein bisschen mehr Spaß macht, hat die Autorin beschlossen, auf jedem teilnehmenden Blog eine Kleinigkeit zu verlosen. Die Teilnahmebedingungen findet ihr ebenfalls im Anschluss an die Autorenvorstellung.

Bevor wir uns jedoch hinter die Stirn und in das Leben von Sabine Schulter graben, hier das Buch, um das es geht:

„Azur – eine Diebin bricht aus“ 





Titel: "Azur - eine Diebin bricht aus"
Reihe: Band 2 aus der Reihe "Azur"
Dateigröße: 5550KB
Seitenzahl der Printausgabe: 412 Seiten
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: keine Angaben
Preis:  3,99 Euro

hier könnt ihr das Buch herunterladen: <<klick>>






Klappentext:

Obwohl sich Jess den Behütern anvertrauen konnte, scheint gerade dieser Ausweg sie umso mehr in Gefahr zu bringen. Wenn Saphir erfährt, dass seine beste Diebin eine Verräterin ist, wird er nicht zögern, den Auslöser des Giftes zu betätigen.
Daher ist es Jess‘ und Cedrics oberste Priorität, diese permanente Gefahr aus Jess‘ Körper zu entfernen. Allerdings kann niemand vorhersagen, ob die Operation glücken wird oder Saphir Jess‘ angegriffenen Zustand nicht sogar bemerkt. Aber sie weiß, dass sie Dinge losgetreten hat, vor denen sie nun nicht zurückschrecken darf.
Um Saphir aufzuhalten, muss Jess all ihr Können aufbringen. Trotzdem schwirren ihre Gedanken immer wieder um die Frage, ob es richtig gewesen war, sich Cedric und den Jungs zu offenbaren. Können sie es wirklich akzeptieren, dass sie eine Diebin ist? Und wird Cedric mit ihrem problembehafteten Wesen zurechtkommen? Denn ihn zu verlieren, würde sie nicht verkraften…

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Es ist der zweite Band der Azur-Reihe. Meine Rezension zum ersten Band, findet ihr hier:












Autorenvorstellung:

Der kreative Kopf hinter „Azur – eine Diebin bricht aus“, heißt Sabine Schulter, ist 28 Jahre alt, stammt gebürtig aus Erfurt und lebt mit ihrem Freund im schönen Bamberg.
Die Liebe zum Schreiben entdeckte Sabine schon sehr früh – bereits im zarten Grundschulalter fing sie an Kurzgeschichten zu verfassen. Einige ihrer früheren Werke hat sie heute noch einmal aufgegriffen, um sie in Anthologien zu veröffentlichen. Bevor sie sich ganz der Schreibkunst widmete schloss sie ihr Studium im Bereich der Oecotrophologie, sowie eine Ausbildung zur Konditorin ab.
„Die Erwachte“ - der erste Roman aus ihrer Feder, entstand während ihrer Studienzeit quasi wie von selbst, als sie die täglichen 4-stündigen Zugfahren nutzte, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Im Oktober 2014 war es dann endlich so weit und „Die Erwachte – Die Geschichte von Sin und Miriam“ erschien in Eigenpublikation als E-book. Mittlerweile sind all ihre Bücher aber auch als Printausgabe im Taschenbuchformat erhältlich. „Das Phyralit“ und „Der Kampf der Wächter“ - Band 2 und 3 um die Geschichte von Sin und Miriam - sind ebenfalls bereits erschienen und haben Sabine Schulters erste Trilogie vervollständigt. Als ich Sabine fragte, was die beiden Hauptprotagonisten dieser Reihe für sie bedeuten, erhielt ich diese Antwort:

„Sin und Miriam sind inzwischen fast zu etwas wie Freunden, wenn nicht sogar Familie geworden. Das bleibt nicht aus, wenn man über mehrere Jahre mit seinen Protagonisten gelacht, gelitten und gekämpft hat. Sie wachsen einem ans Herz und von all meinen Protagonisten habe ich mit diesen beiden am meisten Zeit verbracht. 
Jeder, der sich bereits in der Welt eines Buches verloren hat, weiß, wie sehr man sie zum Ende des Buches vermisst. Bei einem Autor geht das tiefer, denn obwohl ich ihre Geschichte im Schrank stehen habe, vermisse ich sie weiterhin und frage mich sogar, ob es ihnen gut geht. 
Die Verbindung zwischen Autor und Protagonist ist eben eigen.“

 Links zu den Büchern: "Die Erwachte" "Das Phyralit"Kampf der Wächter"

Meinen Leseeindruck zum ersten Band der Reihe findet ihr hier: <<klick>>

An die Trilogie um Sin und Miriam knüpfte sich schon bald der erste Band der Dilogie um die Traumdiebin „Azur“. Mit Spannung wird nun die Veröffentlichung des zweiten Bandes aus dieser Reihe erwartet.

Ihren Traum, hauptberuflich als Schriftstellerin zu arbeiten, lebt die Autorin seit 2015. Nicht ganz unschuldig daran ist ihr Lebensgefährte, der sie darin bestärkte, ihren Traum zu leben und sich vollständig auf das Schreiben zu konzentrieren.
Ihr Arbeitsalltag sieht dabei so aus, dass sie, die sich selbst als „Morgenmensch“ bezeichnet, bevorzugt in den frühen Stunden des Tages arbeitet. Abhängig macht sie dies allerdings davon, wann sie die Schreiblust überkommt oder die Lust auf das Schreiben sie überfällt. Derzeit arbeitet sie an ihrem neusten Werk „Die Hüterin der Welten“ das Mitte des Jahres Einzug in den Buchmarkt halten soll.
Die Ideen zu ihren Büchern nimmt die Autorin aus dem Alltäglichen. Bereits ein einzelnes Wort, etwas, das völlig unbedeutend zu sein scheint, löst in ihrem Kopf die Kettenreaktion aus, die es braucht, um eine vollständige Geschichte zu erschaffen.
Eine nette Eigenart der Autorin ist es, für jedes Buch eine eigene Playlist zu haben, die sie während der gesamten Schreibphase nur zum Schreiben hört. Sie selbst sagt darüber: „Die Lieder verbinden sich oft so eng mit meinen Geschichten, dass mich allein ihr Hören inspiriert.“
Auf ihrem You-Tube-Kanal kann man sich auch ihre Playlist zu „Azur“ anhören. Leider stehen dort jedoch nicht alle Titel zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung. Die Autorin selbst sagt:„Für mich wird immer Ariana Grandes "One last time" mit Jess verbunden sein, sowie Cedric mit "Flash mich" von Mark Forster.“

Hier geht's zum You-Tube-Channel und zur Playlist zu "Azur" von Sabine Schulter <<klick>>

Da ich Azur bereits gelesen habe und mich in die Welt der Traumdiebe und ihrer süchtig machenden Traumperlen verlieren durfte, hat mich vor allem eine Sache ganz besonders interessiert.

„Was bedeuten Traumperlen für dich persönlich?“

Ihre Antwort bildet für mich den perfekten Abschluss dieser Autorenvorstellung, denn sie zeigt sehr deutlich, wie stark die Autorin mit ihren Geschichten und dem Schreiben darüber verbunden ist.

„Traumperlen sind ein Schatz, der die innersten Geheimnisse, Wünsche und Fantasien des Menschen beinhalten. Sie bedeuten für mich aber auch Ideen. Geschichten, die geschrieben werden wollen. Sie symbolisieren für mich all die Bücher, die noch ungeschrieben in meinem Kopf herumgeistern. Deswegen sind sie auch so wunderschön, golden funkelnd und machen irgendwann süchtig.“

Danke, Sabine, für deine Zeit, die du dir für meine Fragen genommen hast. Ich freue mich auf die weiteren Beiträge der Blogtour und hoffe, alle Leserinnen und Leser mit dem heutigen Tag bereits einen kleinen Einblick in die Welt von Azur und ihrer Autorin gegeben haben zu können.

Viele weitere tolle Infos rund um die Autorin und ihre Bücher, News, Leseproben und aktuelle Neuigkeiten findet ihr auch auf der Homepage von Sabine Schulter:



Das gibt es auf meinem Blog zu gewinnen:

Ein wunderschönes Ringbuch mit dem Cover des Buches

Das müsst ihr dafür tun:

1. Beantwortet die Fragen auf den einzelnen Blogs und löst die gestellten Aufgaben. Alle Fragen und Aufgaben beziehen sich auf die aktuellen Beiträge.
2. Nur wer alle Fragen auf allen Blogs beantwortet und alle Aufgaben gelöst hat, hüpft mit in den Lostopf für die einzelnen Gewinne.
3. Hinterlasst unter mindestens einem der Beiträge eure E-Mailadresse, damit die Autorin euch im Gewinnfall benachrichtigen kann. Ohne das Hinterlassen der E-Mailadresse verfällt die Teilnahme an der Blogtour.
4. Wer seine E-Mailadresse nicht öffentlich posten möchte, hat die Möglichkeit der Autorin per Facebook eine persönliche Nachricht zukommen zu lassen (Sabine Schulter bei Facebook)
5. Das Gewinnspiel endet am 05.03.2016 um 23:59 Uhr. Die Gewinner werden am 06.03.16 bekannt gegeben.

6. DIE 1.AUFGABE ZUR BLOGTOUR:

Stellt der Autorin zwei Fragen, zu Dingen, die euch näher interessieren und die nicht im Beitrag behandelt wurden. Alle Fragen erscheinen am Ende der Blogtour auf diesem Blog als Interview. 

Viel Spaß an der Blogtour und am beantworten/lösen der Fragen/Aufgaben :)

Lila lauschige Lesegrüße

Eure Iris


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Die Blogtourstationen:

1.Station: Lilas lauschige Leseecke

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Teilnahmebedingungen:

Für die Teilnahme an der Verlosung ist es erforderlich, dass ihr mindestens 18 Jahre alt seid oder das Einverständnis eurer Eltern habt.
Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
Für eventuelle Verluste auf dem Postweg wird keine Haftung übernommen.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die persönlichen Daten werden nur für das Gewinnspiel verwendet und werden nicht an dritte weitergegeben.
Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt und auf den Blogs bekannt gegeben.



Donnerstag, 18. Februar 2016

E-Book-Rezension: "Azur - wenn eine Diebin liebt" (Sabine Schulter)






Titel: Azur - wenn eine Diebin liebt
Reihe: Band 1 der Reihe "Azur"
Dateigröße: 1004 KB
Seitenzahl der Printausgabe: 260 Seiten
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: keine Angaben
Preis:  3,99 Euro

hier könnt ihr das Buch herunterladen: <klick>






Klappentext:
Jess ist die beste Traumdiebin des Landes und unter ihren Namen Azur fast zu einem Mythos aufgestiegen. Allerdings verabscheut sie das Stehlen und will lieber ein ganz normales Leben führen, wie jeder andere auch. Doch lässt Saphir, der Chef der Diebe, das nicht zu. Er hat sie in der Hand, entscheidet über ihr Leben und ihren Tod. 
Jess hat das weitestgehend akzeptiert. Bis sie Cedric und seine Freunde Vincent, Julian und Leander kennenlernt. Die vier sind Behüter, die nur dafür zuständig sind, Traumdiebe zu fangen: also sie. 
Doch die vier bieten ihr als Jess, nicht ahnend, dass sie eine Diebin ist, eine unvergleichliche Freundschaft an, die in ihr den Wunsch schürt, von der kriminellen Welt der Diebe fortzukommen. Vor allem als sie spürt, welche Anziehungskraft Cedric auf sie ausübt, zerbröckelt ihr altes Leben. Sie kann und will Cedric nicht entfliehen. Doch sie weiß ganz genau, dass sie kein Mitleid von ihm zu erwarten hat, wenn er herausfindet, dass sie eine Diebin ist.

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Story und Charaktere:

Jess ist eigentlich ein ganz normales Mädchen, das ein ganz normales Studium absolviert, ganz normal nebenher in einem Deko-Laden arbeitet und ganz normal gerne ins Cafè geht. Dieser normale Anschein trügt jedoch, denn Jess ist mehr als das nette Mädchen von nebenan. Neben all den normalen Dingen in ihrem Leben, arbeitet sie „hauptberuflich“ und nicht ganz freiwillig für Saphir – den Leiter der gefährlichsten und erfolgreichsten Diebesgilde des Landes. In seinem Auftrag stiehlt Jess, die unter dem Namen „Azur“ bekannt ist, die schönen Träume der Menschen in Form von Traumperlen. Dabei ist sie immer auf der Flucht vor den Behütern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Traumdiebe dingfest zu machen und hinter den Kopf der Gilde zu kommen.
Eines Tages passiert, womit niemand gerechnet hat: Jess hat ausgerechnet das Cafè eines Behüters zu ihrem Lieblingsplatz auserkoren. Dort trifft sie auf die Behüter Cedric, Vincent, Julian und Leander – vier tolle Typen, mit denen Jess sich, entgegen aller Regeln, anfreundet. Diese Freundschaft und das Band, das sich zwischen ihr und Cedric entwickelt, bestärkt sie in ihrem Wunsch, den Dieben den Rücken zu kehren. Doch dazu muss sie erst einmal zwei Dinge tun: Den Behütern beichten, dass sie eine Diebin ist und einen Weg finden, der Gilde zu entkommen. Was wird passieren, wenn sie ihr Geheimnis lüftet?

Jess ist eine junge Frau, die in ihrem Leben schon einiges mitmachen musste. Das betrifft vor allem die Machenschaften der Gilde, in der sie aufgewachsen ist und die sie zu dem gemacht haben, was sie heute verkörpert – die beste Traumdiebin weit und breit – die Meisterdiebin. Dieser Job macht ihr nicht unbedingt viel Spaß, stiehlt sie dabei doch die schönen Träume der Menschen, bis sie von Albträumen verfolgt werden. Da sie sich sehr nach einem normalen Leben sehnt, versucht sie, sich ein solches so weit wie möglich aufzubauen. Dazu gehört ein Studium, genauso wie eine eigene Wohnung außerhalb der Gilde und ein Job, mit dem sie ihr eigenes Geld verdienen kann.
In ihrer Rolle als „Azur“ wirkt Jess sehr selbstbewusst, manchmal geradezu überheblich und sehr zielstrebig. Sie ist flink, wendig, ungeheuer schnell und scheint den nächsten Schritt der Behüter schon voraussehen  zu können, bevor sie ihn getan haben. Ihre Sinne sind geschärft, sodass ihr nichts entgeht und sie kaum in Schwierigkeiten gerät. Sie wirkt ungeheuer tough und ist wahrlich nicht auf den Mund gefallen. Diese Person hat jedoch nichts mit der eigentlichen Jess gemeinsam.
Die „echte“ Jess ist das genaue Gegenteil. Sie weiß oft nicht, ob die Dinge, die sie tut, die Richtigen sind, sie stellt sich häufig selbst infrage, ist zurückhaltend und anderen Menschen gegenüber geradezu scheu. Sie mag keine Berührungen und zieht sich schnell zurück, wenn man ihr zu nahe kommt. Sie ist ein sehr unsicherer Mensch und muss alles mehrfach durchdenken, bevor sie schließlich ihr Denken in Handeln umsetzt.
Gerade als es darum geht, Cedric und den anderen Jungs zu offenbaren, dass sie eine Diebin ist und den Umgang mit ihren Gefühlen Cedric gegenüber zu erlernen, erkennt man, wie verletzlich und harmoniebedürftig sie ist. Die Freundschaft mit den Jungs steht plötzlich im Vordergrund – etwas, was sie bisher nicht erlebt oder gekannt hat. Selbstlosigkeit und Hilfsbereitschaft sind zwei Dinge, die Jess bisher noch nie entgegengebracht wurden und mit denen sie erst umzugehen lernen muss. Wie gut, dass vor allem Cedric bereit ist, ihr dabei zu helfen.

Cedric ist ein junger Mann, der auf Seiten der Behüter steht, Diebe wie Jess jagt und in Gewahrsam nimmt. Ausgerechnet „Azur“ scheint ihm und seinen Freunden aber immer wieder zu entwischen, was ihn maßlos ärgert. Cedric verkörpert nicht den typischen, stereotypisierten, gutaussehenden Sonnyboy, den man in einem Fantasy-Jugendbuch dieser Art erwarten würde. Er scheint äußerlich eher zu den Draufgängern zu gehören – mit seinen Piercings, den Stiefeln, der Behüterkleidung und der Zigarette im Mund.
Sein Charakter ist ein Mosaik verschiedener Eigenschaften, die sich situationsbedingt zeigen und die mich als Leserin immer wieder überrascht haben. Er besitzt eine breite Palette an Wesenszügen, die man ihm zum Teil gar nicht zutrauen würde. Das Draufgängerische beherrscht er genauso wie das Sanfte, das Humorvolle genauso wie das Ernste, das Hilfsbereite genauso wie die Ablehnung. Meist scheint er ein rational denkender Mensch zu sein, der sich nur schwerlich von seinen Gefühlen leiten lässt. Leiten diese ihn dann jedoch einmal, handelt er sehr impulsiv und nicht immer richtig. So wird Cedric ein Charakter, der auf mich sehr authentisch wirkt und vor allem auch ein paar Ecken und Kanten hat.

Da diese beiden Charaktere die Hauptcharaktere des Buches sind, möchte ich über die weiteren Personen nicht allzu viel sagen. Alle Charaktere haben ihre individuellen Eigenschaften, jeder hat eine Wiedererkennungswert und alle wurden soweit ausgearbeitet, dass man ein klares Bild der einzelnen Personen vor Augen hat. Das ist etwas, was ich persönlich sehr wichtig finde, da mir sonst der Bezug zu den einzelnen Figuren fehlen würde.

Was mir besonders gefallen hat:

Wer bereits die Geschichte von „Sin und Miriam“ aus der Feder von Sabine Schulter gelesen hat, weiß um den lockeren, flüssigen Schreibstil und den einfachen Sprachstil der Autorin. Zwei Dinge, die ich zum Abschalten brauche und die mir auch in diesem Buch wieder „geliefert“ wurden. Obwohl ihre Welt eine eigene Form von Komplexität aufweist, die gut durchdacht zu sein scheint, hat man als Leser keinerlei Schwierigkeiten, sich in eben dieser, mit all ihren eigenen Regeln, zurechtzufinden. Es scheint eher so, als wäre diese Welt ein wirklicher Teil unserer eigenen Welt, die sich genau so jeden Tag vor unseren Fenstern und in unseren Schlafzimmern abspielen könnte. Das macht es sehr einfach, sich in der Story zu verlieren.

Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven von Cedric von Jess – dies geschieht abwechselnd und lässt den Leser so beide Seiten der Hauptcharaktere sehen. Das ist vor allem deshalb spannend, weil man immer schon mehr weiß, als der jeweilige Part, der gerade nicht „spricht“. So regen diverse Situationen den Leser zum Schmunzeln an, vor allem dann, wenn klar wird, dass nicht unbedingt gesagt wird, was gedacht wird und umgekehrt. Mir hat dieses Hin und Her sehr gut gefallen, konnte man sich so doch in beide Personen hineinversetzen und einige Handlungsweisen besser verstehen.

Die Autorin scheint ein Faible dafür zu haben, Geschichten zu schreiben, in denen es nicht um die Spannung der Handlung, die sich als roter Faden durch das Buch windet, geht, sondern um zwischenmenschliche Beziehungen. Tatsächlich stehen nicht die spannungsgeladenen Szenen eines Traumdiebstahls und die Verfolgung der Traumdiebe im Vordergrund, sondern die Geschichte rund um Jess und ihre Behüterfreunde. Es geht um die Entwicklung der Charaktere, die Entwicklung der Beziehungen untereinander, um Freundschaft und das, was eine solche ausmacht. Es geht um Emotionen, rationales und intuitives Handeln, um ein gigantisches Spektrum verschiedener Wesenszüge und zusammengefasst: um die Personen an sich. Aufgebrochen wird all das durch die Geschichte, die sich um diese Dinge herumwebt. Spannung wird somit auf zwei Arten vermittelt: durch Stunts und Verfolgungsjagten, sowie durch das Katz und Maus Spiel einer sich anbahnenden Liebesgeschichte. Dabei steht die emotionale Spannung klar im Vordergrund. Wer also in Erwartung eines spektakulären Abenteuers und einer Geschichte um Traumdiebstahl und Verfolgungsjagten ist, könnte sich falsch beraten fühlen. Wer sich allerdings gerne in Geschichten, um die Personen einer Geschichte verliert, ist hier goldrichtig.

Erwähnenswert finde ich außerdem, wie die Autorin, die völlig ohne professionelles Lektorat und Verlag im Selfpublishingbereich publiziert, ihren Schreibstil während des Buches steigert. Zu Beginn kam mir der Schreibstil auf Seiten Cedrics recht hölzern vor, als hätte sich die Autorin selbst erst in ihre Figur und deren Charakter einfinden müssen. Dies verliert sich jedoch immer mehr, bis Cedric ein genauso klarer Charakter ist, wie Jess.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Wer meine Rezensionen kennt und weiß, welche Art von Büchern ich gerne lese, weiß, dass ich mich mit Liebesgeschichten sehr schwer tue – vor allem mit solchen, in denen das Paar vor lauter Zweifelei einfach nicht zusammenfindet. Obwohl ich finde, dass Cedric und Jess zwei sehr authentische Charaktere sind, war mir ihr Gedankenspiel um ihre Beziehung oder Nicht-Beziehung doch hier und da ein wenig zu dick aufgetragen. Vor allem Jess Selbstzweifel, die hier und da so gar nicht zu ihrem Handeln passen wollten, haben ab und an ganz schön meine Nerven strapaziert.
Außerdem gibt es Etwas, was ich überhaupt nicht leiden kann und das sind Cliffhanger. Und dieses Buch endet mit einem genau solchen – wie gut, dass Band 2 quasi schon vor der Tür steht. Das ist aber wohl Geschmackssache.

Gestolpert bin ich beim Lesen leider wiederholt über diverse , immer wiederkehrende Zeitenfehler, die wohl dem fehlenden Lektorat geschuldet sind. Ich würde mir für die Autorin sehr wünschen, ihre Bücher einges Tages in einem professionellen Verlag unterzubringen, um das Buch zu einem noch größeren Lesevergnügen zu verhelfen, indem solche Fehler ausgemerzt werden.

Gestaltung:

Passend zum Titel, ist das Cover blau-weiß gehalten, einzig unterbrochen durch die roten Lippen des abgebildeten Oberkörpers einer Frau, die eine Waffe in der Hand hält. In Anbetracht dessen, dass es um Jess geht, die die Hauptcharakterin des Buches ist, ist die Wahl, eine Frau auf dem Cover abzubilden, sicherlich nachvollziehbar. Die Waffe in ihrer Hand verstehe ich allerdings nicht. Auch finde ich persönlich nicht, dass die abgebildete Frau der Diebin entspricht, die sich im Kopf während des Lesens des Buches manifestiert.

Wertung:

Eine Meisterdiebin, eine Diebesgilde, Traumperlen und Behüter der Träume – das sind die Grundzutaten dieses ersten Bandes um „Azur“ die Traumdiebin. Sabine Schulter hat eine faszinierende Welt um das Wunder der Träume geschaffen, die mir sehr gut gefallen hat. Da mir Story und Charaktere gleichermaßen gefallen haben, ich den lockeren Schreibstil und den einfachen Sprachstil sehr schätze, aber auch einige Kritikpunkte hatte, vergebe ich für den ersten Band der Reihe 4 glitzernde Lila-Lesesterne sowie eine Leseempfehlung und bin gespannt auf den zweiten Band.



Montag, 15. Februar 2016

Rezension: "Die Buchspringer" (Mechthild Gläser)







Titel: Die Buchspringer
Reihe: Nein
Verlag: Loewe
Hardcoverausgabe mit 384 Seiten
ISBN: 978-3785574975
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 12-15 Jahre
Preis:  17,95 Euro







Klappentext:

Während des Sommerurlaubs auf einer vergessenen Shetlandinsel erfährt Amy, dass sie als Mitglied der Familie Lennox of Stormsay über die Fähigkeit verfügt, in Bücher zu reisen und dort Einfluss auf die Geschichten zu nehmen. Schnell findet Amy Freunde in der Buchwelt: Schir Khan, der Tiger aus dem Dschungelbuch, hat stets wertvolle Ratschläge für sie, während Goethes Werther zwar seinen Liebeskummer in tintenhaltigen Cocktails ertränkt, Amy aber auch ein treuer Freund ist, seit sie ihn vor den Annäherungsversuchen der Hexen aus Macbeth gerettet hat. Lediglich die Idee, Oliver Twist Kaugummi zu schenken, war nicht die beste … Doch bald merkt Amy, dass die Buchwelt nicht so friedlich ist, wie sie zunächst scheint. Erst verschwindet Geld aus den Schatzkammern von Ali Baba, dann verletzt sich Elizabeth Bennet auf dem Weg zum Ball mit Mr Darcy, sodass eine der bekanntesten Liebesgeschichten der Weltliteratur im Keim erstickt wird. Für Amy ist klar: Sie muss den Störenfried stellen! Doch erst, als sich die Zwischenfälle auch auf die Realität auswirken und schließlich sogar ein Todesopfer fordern, wird Amy klar, wie ernst die Bedrohung ist. Worauf hat es der geheimnisvolle Attentäter wirklich abgesehen?

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Story und Charaktere:

Amy kann es nicht fassen. Ihr ganzes Leben lang hat ihre Mutter ihr eine der wichtigsten Tatsachen ihres Lebens vorenthalten. Erst, als sie gemeinsam zum Sommerurlaub nach Stormsay in Schottland reisen und Amy dort ihre Großmutter kennenlernt, kommt sie hinter das größte Geheimnis, das je um sie herum existiert hat. Nicht nur sie, sondern ihre ganze Familie, stammt aus einer Linie von Buchspringern, denen es möglich ist, in alle niedergeschriebenen Werke hineinzuspringen und dort nach dem Rechten zu sehen. Amy entstammt aber nicht nur einfach dieser Linie, sondern ist auch selbst eine Buchspringerin. Was sie zunächst für Unsinn hält, erweist sich jedoch schon bald als Realität und Amy reist ins Dschungelbuch, wo ihr ausgerechnet Shir Khan zur Seite steht. Außerdem findet sie in den Außenbezirken des Buches im jungen Werther einen Freund, als sie ihn vor den bösen Hexen aus MacBeth rettet. Neben all der Aufregung darüber, dass sie tatsächlich in jede x-beliebige Geschichte hineinspringen kann, tut sich jedoch langsam aber sicher ein Abgrund auf, der die Literatur in Gefahr bringt. Ein Dieb hat es sich zur Aufgabe gemacht, die wichtigsten Rudimente diverser Geschichten zu stehlen und diese somit zu ruinieren. Als plötzlich auch noch eine bekannte Romanfigur in der diesseitigen Welt tot aufgefunden wird, kann Amy nicht mehr an sich halten und versucht, mit Hilfe des jungen Werther und ihrem neuen Freund Will, der ebenfalls ein Buchspringer ist, zu retten, was noch zu retten ist. Die beiden Buchspringer stammen jedoch aus zwei unterschiedlichen Buchspringerclans, deren Friedensabkommen auf den wackligen Beinen einiger Fragmente eines im Feuer verloren gegangenen Manuskriptes steht. Und als diese Fragmente plötzlich verschwinden, ist guter Rat noch teurer geworden. 
Wird es Amy, Werther und Will gelingen, die Literatur zu retten? Was müssen sie selbst dafür opfern und welchen Gefahren müssen sie sich stellen? 

Amy ist eine sehr sympathische Hauptcharakterin, der ich sehr gerne durch das Buch und das damit verbundene Abenteuer gefolgt bin. Sie ist nicht die typische "Heldin", was mir ganz besonders gefallen hat. Aufgrund ihrer fehlenden Rundungen und ihrer Körpergröße, wurde sie in ihrer Schule sehr viel gemobbt und gehänselt. Kein Wunder also, dass es ihr schwer fällt, Vertrauen in andere Menschen zu fassen und Freunde zu finden. Dazu kommt noch eine gute Portion Tollpatschigkeit und schon hat man die perfekte Außenseiterin. All das sind Dinge, die sich mit ihrem Eintreffen auf Stormsay und der Offenbarung, dass sie eine Buchspringerin ist, ändern. Durch ihre neue Fähigkeit und ihre Liebe zur Literatur, die sie schon immer zu einer echten Büchernärrin gemacht hat, fasst sie plötzlich Vertrauen in sich selbst und entwickelt sich immer mehr zu einer entschlossenen und starken jungen Frau. Durch die Sache mit dem Literaturdieb kommt es dazu, dass sie ihre eigenen Grenzen auslotet, dass sie ihren Mut entdeckt und dass sie lernt, was es bedeutet, für seine Freunde einzustehen. Nicht selten bringt sie dabei jedoch ihre Neugierde in Gefahr, die sie hier und da ein wenig vorschnell handeln lassen.
Toll finde ich, dass Amy noch so etwas wie eine Zusatzgabe hat - sie kann mehr, als die anderen Buchspringer - und ich beneide sie um ihre Fähigkeit. Welche das ist, verrate ich natürlich  nicht, das soll jeder Leser selbst herausfinden.

Will hingegen weiß ich nicht so recht einzuordnen. Nach einem Vorfall beschließt er, kein Buchspringer mehr zu sein, was er natürlich nicht lange durchhalten kann, als Amy anfängt, sich immer weiter in sein Leben zu drängen. Er hat eine Art an sich, die sich nur schwer beschreiben lässt. Ich würde sagen, er ist undurchschaubar und rätselhaft. Ich mochte ihn, hätte aber wohl selbst eher Abstand von ihm genommen. Auf welcher Seite er eigentlich steht, bleibt lange ein Rätsel - das ist etwas, was den Charakter sehr interessant gemacht hat. Eine Art, einen Charakter zu gestalten, die ich so bisher nicht kannte und die mir sehr gut gefallen hat.

Die Fülle an Nebencharakteren hat mich ein wenig überrascht. Ich wusste zwar, durch den Klappentext, um die Begegnungen mit zahlreichen literarischen Figuren, doch mit der Vielzahl "diesseitiger" Charaktere hätte ich nicht gerechnet. Da die Menge sehr groß ist, fehlt es diesen Charakteren natürlich auch an Tiefe, wodurch einige nur blass in Erinnerung bleiben. 
Trotz der relativen Oberflächlichkeit der Charaktere, muss ich sagen, dass dennoch alle mit so spezifischen Eigenschaften ausgestattet wurden, dass diese Tatsache mich wenig gestört hat. Nur bei einigen Charakteren bin ich mir nicht sicher, warum sie überhaupt Erwähnung gefunden haben. Dazu zählt beispielsweise ein Onkel von Amy, der auch auf der Insel wohnt. Dieser scheint sehr geheimnisvoll zu sein, wird dann aber nicht weiter erwähnt. 

Story und Charaktere haben mir insgesamt aber durchweg gut gefallen und ich hätte nichts dagegen, einen Folgeband zu lesen und noch einmal mit Amy in die Buchwelt zu springen.

Was mir besonders gefallen hat:

Das Buch wird aus der Sicht von Amy in der Ich-Perspektive erzählt und aus der Sicht von Will, die allerdings in der 3. Person geschrieben ist. Mir hat diese Konstellation sehr gut gefallen, denn es passt zur Art der beiden Protagonisten. Man ist sehr nahe an Amy dran, während Will eine Distanz hält, die zu eben jener Charakterisierung führt, die ich oben vorgenommen habe.
Das fiktive Setting der Geschichte wurde perfekt ausgewählt. Eigentlich hat nur gefehlt, dass vor meinem Fenster ein Sturm wütet, so sehr war ich mit den Charakteren auf der Insel Stormsay in Schottland.
Die kurzen Ausschnitte eines unbekannten Märchens, die sich kontinuierlich vor jedem Kapitel durch das Buch ziehen, machen neugierig und erhöhen die Spannung des Buches - will man doch unbedingt herausfinden, was es damit auf sich hat. Generell spielt die Autorin mit ihrer ganz eigenen Art von Spannung, durch Wendungen und Irrwege weiß man eigentlich nie so genau, woran man ist. Man weiß nicht, wen man nun wirklich verdächtigen soll, ob die Verdächtigen wirklich verdächtig sind und ganz sicher rechnet man nicht mit den vielen kleinen Dingen, die in harmlosem Gewand daherkommen, aber wichtiger nicht hätten sein können. Diese Art von "Verwirrspiel" gefällt mir persönlich besonders gut, bleibt es doch bis zum Schluss spannend, wer denn nun wofür verantwortlich ist.
Als Buchliebhaberin haben mir natürlich vor allem die Anspielungen  und Ausflüge in die vielen verschiedenen Bücher gefallen, die Amy auf ihrem Abenteuer besucht. Egal, ob "Oliver Twist", "Peter Pan", "Anna Karenina", "Stolz und Vorurteil" oder oder oder - der Klappentext hat auf jeden Fall gehalten, was er versprochen hat. Schade nur, dass die Ausflüge immer so kurz waren. Meiner Meinung nach hätte das Buch gerne doppelt so dick sein dürfen. Die Brücke zwischen klassischer Literatur und Moderne wurde hier gekonnt geschlagen und ich hätte sie gerne ein Weilchen länger betreten.
Getragen wird all das durch den flotten, lockeren Schreibstil und den tollen, einfachen Sprachstil, die beide zum kurzweiligen Leseerlebnis dieses Buches in einem gemütlichen Sessel beitragen.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Wirklich sehr schade fand ich, dass man so gut wie nichts über Betsy erfahren hat und auch Clyde, Desmond und Glenn eher farblos blieben, obwohl all diese Figuren so wichtig für die Geschichte waren. Gerne hätte ich auch mehr erfahren über die Fehde zwischen den Lennox und den Macalisters, deren brüchigen Frieden und deren Geschichte. Diese Dinge kamen mir am Ende ein wenig zu kurz.
Dafür gab es zu viel Raum für Amys Zweifel an Wills Gefühlen. Obwohl ich die beiden Hauptcharaktere als sehr authentisch empfand, wurde mir hier doch eine Portion Zweifelei zu viel in die Geschichte gerührt. Dieser Umstand hat irgendwann einfach nur genervt und mich tatsächlich dazu gebracht, beim Lesen die Augen zu verdrehen.

Außerdem, das erste Mal meinerseits eine Kritik am Klappentext - meiner Meinung nach verrät er schon viel zu viel über den Inhalt. Aber das ist Empfindungssache und fließt deshalb nicht in die Wertung ein.

Gestaltung:

Durch das Cover bin ich überhaupt erst auf das Buch aufmerksam geworden. Ein Mädchen hält einen Drachen in Form eines aufgeklappten Buches an einer Schnur fest und lässt diesen in den Himmel steigen. Um sie herum fliegen mehrere Bücher durch die Luft, aus einem springt sogar eine Wildkatze heraus, aus dem Drachen steigt eine männliche Figur empor und in der oberen rechten Ecke fliegt eine Hexe durch die Luft. Am Boden sitzt ein kleiner Hase und ein Baum steht in der Ferne. Die wunderschöne Farbgebung unterstreicht das zauberhafte Bild, das mehr als passend für die Geschichte und das Buch ist.

Wertung:

Ein phantasievolles, fesselndes, buchtastisches Abenteuer, wie ich es mir vom Klappentext, Titel und Cover gewünscht habe. Das Buch hat mir ein paar tolle Lesestungen beschert und ich hätte nichts dagegen, die Insel Stormsay noch einmal zu besuchen. Insgesamt vergebe ich an dieses Buch 4,5 LilaLesesterne und eine klare Leseempfehlung.



Donnerstag, 11. Februar 2016

Rezension: "Die Glücksbäckerei - Die magische Verwandlung" (Kathryn Littlewood)






Titel: Die Glücksbäckerei - Die magische Verwandlung
Reihe: Band 4 der Reihe "Die Glücksbäckerei"
Verlag: Fischer KJB
Hardcoverausgabe mit 352 Seiten
ISBN: 978-3-7373-40083
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 10-12 Jahre
Preis:  14,99 Euro







Klappentext:

Bezaubernd und unwiderstehlich – der 4. Band aus der ›Glücksbäckerei‹

Ihr Leben ist perfekt, nachdem Rose mit ihrer Familie nach Calamity Falls zurückgekehrt ist. Beinahe zu perfekt, findet Rose. Als würde das nächste Abenteuer sich schon ankündigen. Und richtig, Tante Lily und die Internationale Nudelholzgesellschaft verfolgen einen finsteren Plan. Bei einem Bankett wollen sie Staatsoberhäupter aus aller Welt ihrem Willen unterwerfen – mit magischem Gebäck. Doch Rose und ihre Geschwister kommen ihnen auf die Schliche. Jetzt ist es an Rose, in Windeseile alles mit einem Gegenzauber zu versehen …

Ein köstlicher Lesegenuss rund um Rose und ihre liebenswert-chaotische Zauberbäckerfamilie

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Story und Charaktere:

Wieder einmal weht ein herrlicher Duft aus der Glücksbäckerei der Familie Glyck durch die Straßen. Alles könnte so idyllisch, harmonisch und einfach sein, wäre da nicht die kleine Nella, die plötzlich wie auf Kommando hört und gar nicht mehr wie ein Kleinkind, sondern wie eine ferngesteuerte Erwachsene wirkt.
Da muss also mal wieder etwas faul sein und ganz recht - schon bald stellt sich heraus, dass Tante Lily mit einem hinterhältigen Plan die "Gezeiten der Venus" aus dem Glyckschen Vorratsraum an sich gebracht hat, um auf dem KIKK in Washington DC alle Staatsoberhäupter dazu zu bringen, sich ihrem Willen zu unterwerfen.
Sofort reisen Rosmarins Eltern ab, um das Schlimmste zu verhindern. Dumm nur, dass sie dabei im Gefängnis landen.
Wieder einmal liegt es also an Rosmarin, ihren Geschwistern, dem sprechenden Kater Gus und der sprechendenen Maus Jaques, die Welt vor den Auswirkungen schwarzer Magie zu retten. Gar nicht so einfach, denn dieses Mal ist auch Rosmarins Schwarm Devin mit von der Partie und der hat keine Ahnung von den magischen Glycksrezepten. Kann dieses Abenteuer gut ausgehen und ist am Ende wirklich alles so, wie es zu sein scheint?

Die dreizehnjährige Rosmarin Glyck ist, wie in den vorangegangenen drei Bänden, die Hauptperson der Geschichte. Mitten in der Pubertät, muss sie sich nicht nur mit dem Backen der Familienrezepte und der Rettung der Welt auseinandersetzen, sondern auch mit den ersten Schmetterlingen im Bauch und all den damit verbundenen Turbulenzen zwischen Mädchen und Jungen, Herz und Verstand.
Wie gerne würde Rosmarin ihrem Schwarm Devin davon erzählen, was sich wirklich in der Backstube der Glycks abspielt. Wie gerne würde sie ihm Gus und Jaques zeigen, die auf magische Weise sprechen können und wie gerne würde sie es unterlassen, sich in ein immer größeres Netz aus Lügen zu verstricken, als Devin ihr dabei hilft, in Washington DC den Bösewichten das Handwerk zu legen.
Rosmarin versucht zwar immer wieder, die neue Situation zu durchdenken, doch da oftmals schnelles Handeln und überstürzte Entscheidungen gefordert sind, misslingt genau dieser Punkt immer wieder.
Wie gut deshalb, dass ihre Brüder Tymo und Basil ebenfalls mit dabei sind und hier und da doch etwas Hilfreiches beisteuern können. Für Basil gilt dies zumindest so lange, bis er für einen verschollenen schottischen Adligen gehalten wird und darin seine Chance sieht. endlich eine Plattform für seine Komikerkarriere gefunden zu haben. Tymo, der immer noch vor allem an seine Frisur und seine Freundinnen denkt, hilft durch den Besitz eines Handys, das so manche Einsätze zu verzeichnen hat.
Nach drei Bänden, in denen man die Glyckskinder bereits begleitet und viele spannende, wie auch lustige Momente mit ihnen erlebt hat, findet man auch dieses Mal sofort zu ihnen und ihren zum Teil schrulligen Charaktereigenschaften zurück. Während Rosmarin den nötigen Ernst und die angebrachten Zweifel  für das Abenteuer mitbringt,  würzen Tymo und Basil das Ganze mit viel Charme und Witz.
Natürlich ist auch die niedliche Nella wieder mit von der Partie und sorgt immer wieder für Überraschungen.

In diesem Band dreht sich, nach dem Exkurs in Band 3, endlich wieder einmal alles um Tante Lily oder "El Tiablo", wie Tymo so schön sagt. Sie ist undurchschaubar, nach außen hin genau das, was ihr Gegenüber von ihr erwartet und sie spielt dabei jede Rolle nahezu perfekt. Ihr entgleisen die Gesichtszüge in keinem Moment, sie ist absoluter Profi in der Vorspielung falscher Tatsachen, was wieder einmal die Frage aufkommen lässt: ist Tante Lily nun gut oder böse?

Mir haben die Weiterentwicklungen der bekannten Figuren aus den Vorgängerbänden sehr gut gefallen. Da zwischen den einzelnen Abenteuern der Bücher keine großen Zeitspannen liegen, gibt es keine großen Charaktersprünge mit denen man sich einfach abfinden muss. Ganz im Gegenteil, man wächst mit den Hauptfiguren mit und hat jede Menge Spaß dabei.

Was die Nebencharaktere dieses Buches betrifft, stößt man dieses Mal auf einige Exoten, deren Charaktereigenschaften und Handlungsweisen sehr speziell sind. Da gibt es durchgedrehte Großmütter in Rollstühlen, größenwahnsinnige Grafen, mit dem Handy verwachsene Mädchen und tanzende Kellner - eine Mischung, die zum besonderen Vergnügen des Buches beiträgt.

Auch storytechnisch konnte mich dieses Buch wieder in seinen Bann ziehen - was mich nach der Enttäuschung über Band 3 besonders freut.

Was mir besonders gefallen hat:


Der luftig lockere Schreibstil, der mir schon in den ersten Bänden so gut gefallen hat, findet auch in diesem Buch wieder seinen Platz. Zusammen mit der einfachen, an ein Kinder-/Jugendbuch angepassten Sprache, macht er das Buch auch für Erwachsene Leser zu einem kurzweiligen, genüsslichen Vergnügen, das dem Leser durch den tollen Humor, immer wieder ein Schmunzeln entlockt.
Mir gefallen die Ideen und Geschichten der magischen Rezepte, deren Auswirkungen und das, was dahintersteckt.
Besonders gefällt mir an diesen Büchern jedoch immer wieder, wie sehr der Zusammenhalt, das Vertrauen, das Füreinander-da-sein und die Akzeptanz untereinander, innerhalb der Familie Glyck im Vordergrund steht. Dies sind Werte, die auch außerhalb des Buches Bestand haben und die sich der Ein oder Andere vielleicht zu Herzen nimmt.

Auch die Tatsachen, dass niemand perfekt ist und, dass es in Ordnung ist, auch mal Fehler zu machen, sind zwei Dinge, die das Buch hoffentlich jedem jüngeren Leser genau so vermitteln kann.
All diese Werte, verpackt in einer charmanten, turbulenten, spannenden, witzigen und honigkuchensüßen Geschichte, machen Band 4 wieder zu einem wundervollen Leseerlebnis.

Was mir nicht so gut gefallen hat:

Es gibt eigentlich nur eine Kleinigkeit, die allerdings eher Empfindungssache ist. Das Buch strotzt nur so vor witzigen Ideen, aber mir haben ein wenig die magischen Momente mit den magischen Zutaten gefehlt. Diese kommen mir dieses Mal ein wenig zu kurz.

Gestaltung:

Wunderbar reiht sich Band 4 an seine Vorgängerbände an. Wie immer sieht man die Glücksbäckerei mit ihrem wunderschönen Muster, das auch noch glänzt und wieder einmal steht Rosmarin Glyck vor eben dieser. Im Schaufenster sind leckere Törtchen zu sehen und machen Lust, direkt nach diesem Buch zu greifen. Ein Hingucker, der eine tolle Visitenkarte für das Buch und mehr als passend ist.

Wertung:

Wieder einmal lasse ich ein witziges, spannendes und baiserzartes Abenteuer der Familie Glyck hinter mir und bin wieder einmal begeistert. Einziger Wermutstropfen sind die zu kurz gekommenen magischen Momente, von denen ich mir ein paar mehr gewünscht hätte. An dieses zauberhafte vierte Abenteuer der Glücksbäckerei vergebe ich daher 4,5 LilaLesesterne und eine klare Kauf- und Leseempfehlung.


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