Dienstag, 15. März 2016

Rezension: "Die phantastische Suche nach der Überallkarte" (Carrie Ryan/John Parke Davis)






Titel: Die Weltensegler - Die phantastische Suche nach der Überallkarte
Reihe: Band 1 der Reihe "Die Weltensegler"
Verlag: FISCHER
Hardcoverausgabe mit 480 Seiten
ISBN: 978-3737351065
Vom Hersteller empfohlenes Lesealter: 10-12 Jahre
Preis:  16,99 Euro






Klappentext:

Ein unglaubliches Abenteurer, das dich ans Ziel deiner Wünsche bringt!

Ein genialer Meisterdieb, eine schlaue Heldin und ein altes Piratenschiff, das auf einem magischen Fluss durch das Universum segelt – was könnte spannender sein? Eine Landkarte, die von einer phantastischen Welt in die nächste führt – und diese Karte gibt es wirklich! Man muss sie nur finden. Zusammen mit einer witzigen und abenteuerlich-chaotischen Crew machen sich Fin und Marrill auf die Suche nach ihr und reisen durch immer neue Welten, unsichere Gegenden und gefährliche Gewässer. Doch sie werden verfolgt von finsteren Feinden – denn sie sind nicht die Einzigen, die die Überallkarte brauchen, um ans Ziel ihrer Wünsche zu gelangen…

Die Überallkarte bringt dich an Orte, an die du nichtmal im Traum gedacht hast – lass dieses Schiff nicht ohne dich davonsegeln!

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Story und Charaktere:

Marrill hatte bisher ein spannendes Leben - kein Wunde, wenn man Eltern hat, die Archäologen sind und einen überall hin mitnehmen.
Dieses Leben soll ein jähes Ende finden, als Marrills Mutter schwer erkrankt, ihre Eltern ihr mitteilen, dass das Reisen ein Ende hat und Marrill von nun an eine normale Schule besuchen soll. Frustriert und keineswegs mit der neuen Situation einverstanden, macht Marrill einen Spaziergang mit ihrem Kater und purzelt dabei in das größte Abenteuer ihres Lebens.
Gerade noch auf dem Supermarktparkplatz, findet sie sich plötzlich auf einem Schiff mitten auf dem Piratenstrom wieder und sucht mit dem Zauberer Ardent und dem jüngsten Kapitän Coll die Teile der sagenumwobenen Überallkarte, die sie nach Hause zurückbringen soll. Schon bald stößt noch ein neues Mitglied zu ihnen - Fin, der Junge, den man sofort vergisst. Seltsamerweise bleibt er aber Marrill im Gedächtnis und entwickelt eine freundschaftliche Beziehung zu ihr. Da Fin auf der Suche nach seiner Mutter ist, außerdem als Meisterdieb arbeitet und ebenfalls Interesse an der Überallkarte hat, ist er das perfekte Crewmitglied. Auf der Flucht vor einem verrückten Orakel und anderen widrigen Gesellen, die ebenfalls die Teile der Karte finden wollen, müssen sie gemeinsam ein Abenteuer nach dem anderen bestehen, treffen dabei auf allerhand seltsame Wesen und müssen mehr als einmal um ihr Leben bangen. Ausweglose Situationen erfordern die ungewöhnlichsten Mittel und zusammen erleben die vier ein spektakuläres Abenteuer nach dem  anderen.

Als Tochter zweier Archäologen hat Marrill schon viel von der Welt gesehen und so einiges erlebt. Kein Wunder also, dass sie ein so offener, neugieriger Charakter ist, wie er uns hier präsentiert wird. Sie ist überhaupt nicht scheu und äußerst kontaktfreudig, weshalb es nicht verwundert, dass sie auf der "abenteuerlustigen Krake" landet, als sie in Ardent, dem Magier mit Heilkräften, eine Genesungschance für ihre kranke Mutter sieht.
Obwohl sie mit Betreten des Schiffes in die Situation gerät, eventuell nie mehr nach Hause zurückkehren zu können, steckt sie weder den Kopf in den Sand, noch gibt sie auf. Sie schluckt kurz und nimmt das Problem dann in Angriff. Immer wieder zeigt sich ihre ausgeprägte Willensstärke.
So selbstbewusst und willensstark sie auch nach außen wirkt, in ihrem Inneren sieht es oft ganz anders aus. Sie hat Angst, macht sich Sorgen um ihre Eltern und verliert auch hin und wieder fast die Hoffnung auf ein gutes Ende.
Besonders hingezogen fühlt sie sich zu vernachlässigten und verstoßenen Tiere - was vermutlich der Grund dafür ist, dass sie Fin - den Jungen, den man sofort wieder vergisst - im Gedächtnis behält und schon bald eine tiefe Freundschaft zu ihm aufbaut.
Mit ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit schafft sie es, auch die gewagtesten Momente zu überstehen, allem immer das Positive abzugewinnen und letztlich nicht aufzugeben. Marrill war ein Charakter ganz nach meinem Geschmack.

Fin ist ein sehr besonderer Charakter. Als Kind im Waisenhaus von seiner Mutter abgegeben, entwickelte er mit zunehmendem Alter eine seltsame Eigenart - aus irgendeinem Grund, fingen die Leute an, ihn zu vergessen, sobald sie ihm den Rücken kehrten. Fin machte aus der Not eine Tugend und wurde ein Meisterdieb - da man ihn ständig vergaß, vergaß man auch, womit er seinen Lebensunterhalt "verdiente".
Obwohl als Meisterdieb unterwegs, denkt er keineswegs nur an sich. Die Menschen, die ihm am Herzen liegen, die sich um ihn gekümmert hatten, bevor das Vergessen anfing, bedenkt er immer wieder mit Kleinigkeiten, die ihnen Freude bereiten.
Besonders oft denkt er an seine Mutter, die er gerne einmal wiedersehen würde - die Überallkarte bietet da die perfekte Möglichkeit.
Dass Marrill im Stande ist, ihn im Gedächtnis zu behalten und sogar Freundschaft mit ihm zu schließen, verunsichert den sonst so selbstbewussten Fin sehr. Er tut sich schwer damit, all die damit verbundenen Gefühle einzuordnen und muss erst lernen auf seinen Bauch zu hören und Vertrauen aufzubauen. Dazu gibt es keine bessere Gelegenheit als das gemeinsame Abenteuer, in das er und Marrill zufälligerweise hineingeraten sind.

Ardent ist ein Zauberer mit Eigenschaften, die ihn zu einer sehr liebenswürdigen und sympathischen Person machen. Er wirkt recht zerstreut, aber herzlich, hat immer eine Geschichte auf Lager und die verdrehtesten Ideen. Er hat aber auch ein offenes Ohr für Marrills Sorgen und eine sehr einfühlsame, wenn auch spezielle Art, auf diese einzugehen.
Er freut sich, in Marrill ein neues Crewmitglied und Hilfe an Bord zu haben, möchte ihr aber auch gerne dabei helfen, wieder nach Hause zu kommen.
Ardent ist ein Charakter, dem ich gerne öfter begegnen würde. Seine etwas schrullige Art hat mich begeistert, schmunzeln lassen und mir einfach Spaß gemacht.

Coll ist ein sehr lustiger Geselle. Obwohl er den Anschein macht, noch sehr jung zu sein, muss er schon einige Jahre auf dem Buckel haben und auch so einige davon auf dem Piratenstrom verbracht haben. Seine auffälligen, äußerst ungewöhnlichen Tattoos, die ein Eigenleben zu führen scheinen, geben dem charmanten, quirligen jungen Mann den nötigen Touch eines Kapitäns, der genau zu wissen scheint, was er tut, wenn es um die "Krake" geht.
Ebenfalls ein toller Charakter, mit dem ich gerne durch das Abenteuer gereist bin.

Insgesamt muss man sagen, dass alle auftretenden Charaktere wunderbar ausgearbeitet wurden. Alle haben ihre eigenen Geschichten, die sich auf faszinierende Weise in diesem Abenteuer berühren. Auch die "Bösewichte" bleiben nicht blass, sondern erhalten jede Menge Hintergrund, sodass ich zu keiner Zeit das Gefühl hatte, dass etwas fehlt.

Story und Charaktere konnten mich gleichermaßen begeistern und ich sehe mit Spannung dem weiten Band entgegen.

Was mir besonders gut gefallen hat:

Der luftig-lockere Schreibstil, sowie der einfach Sprachstil passen perfekt zur Geschichte und haben mir gleichermaßen gut gefallen. Da das Buch ab 10 Jahren empfohlen wird, habe ich eben dieses erwartet, und ich bin froh, sagen zu können, dass sich dieses Buch, trotz der hohen Seitenzahl, sehr gut für dieses Alter eignet.
Besonders gefallen hat mir allerdings, dass die Geschichte zu keiner Zeit an Spannung verliert, keine unnötigen Ausschweifungen vorhanden sind und alles insgesamt ein rasantes Abenteuer mit toll konstruierten Spannungsbogen ist. Es wurde zu keiner Zeit langweilig und ich habe wirklich mit den Charakteren mitgefiebert.
Auch toll sind die Ideen der Autoren. Der Plapperhain mit seinen Gerüchten, der Piratenstrom mit seinen ganz eigenen Regeln, die Piratten (ja, mit doppel-t), die unbedingt zur "Krake" gehören, die Art, wie die Überallkarte funktioniert und all die witzigen, zum Teil chaotischen Momente, die sich durch die zusammengewürfelte Charakterkonstellation ergeben - mich hat all das gefesselt, schmunzeln und bangen lassen, kurzum: ich hatte eine grandiose Lesezeit, viel Spaß und Lesefreude mit dem Buch und bin seit langem endlich mal wieder uneingeschränkt begeistert.

Gestaltung: 

Das Cover war der Grund, warum ich auf dieses Buch aufmerksam wurde. Hinter der auffälligen Titelschrift sieht man ein großes Segelschiff in der linken oberen Ecke, darunter sieht man einige Gegenstände auf dem Meeresgrund, außerdem die blassen Konturen einer Karte. Ein grandioses Cover, das nicht nur ein Augenschmaus und Hingucker ist, sondern das auch perfekt zu dem passt, was den Leser zwischen den Buchdeckeln erwartet.

Wertung: 

Dieses Buch hat alles, was man für eine spannende, ungewöhnliche, abenteuerliche, witzige und spaßige Lesezeit braucht. "Die phantastische Suche nach der Überallkarte" bietet wunderbare Charaktere, innerhalb einer grandiosen Geschichte, die mich von Anfang bis Ende überzeugen konnte und auf deren zweiten Band ich mich sehr freue. Seit langem konnte mich kein Buch mehr so sehr überzeugen, wie dieses. Ich vergebe sehr gerne volle 5 Lila-Lesesterne und eine klare Leseempfehlung.


1 Kommentar:

  1. wieder super Büchervorschläge....!!!
    ich nehm mal als erstes:
    nach der tollen Rezension:
    die phantastische suche nach der Überallkarte!
    vielen Dank
    angelface....

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